World Music - was wir heute darunter verstehen - multicult.fm

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José Domingos de Morais (Garanhuns, 12 de fevereiro de 1941 - São Paulo, 23 de julho de 2013), conhecido como Dominguinhos, foi um instrumentista, cantor e compositor brasileiro. Exímio sanfoneiro, teve como mestres nomes como Luiz Gonzaga e Orlando Silveira. Teve em sua formação musical influências de baião, bossa nova, choro, forró, xote e jazz. (wikipedia)

 

 

 

Wolfgang König: was wir heute unter World Music verstehen...

Über Weltmusik, World Music oder Worldwide Music ist viel geschrieben und viel diskutiert worden. Kaum jemand ist glücklich mit diesen Begriffen, trotzdem haben sie sich durchgesetzt, weil noch niemand mit überzeugenden Alternativen aufwarten konnte. Und trotz aller - berechtigten - Sprach-Kritik verstehen die meisten, die sich mit Weltmusik bzw. World Music befassen, in etwa dasselbe darunter: Klänge jenseits von europäischer Klassik sowie anglo-amerikanischem Pop- und Jazz-Mainstream. Heiße Diskussionen entzündeten sich an den Grenzbereichen: Ist Reggeae Weltmusik? Gehören Blues und Country- bzw. Bluegrass-Musik dazu? Sind Skiffle, Flamenco, skandinavische Folklore oder Latin-Jazz Bestandtteile der World Music? Was ist mit indischer, chinesischer oder japanischer Klassik (eine Frage, die sich vielen Menschen allerdings gar nicht stellt, weil sie klassische Musik nur in Europa vermuten)? Und sollte man die unzähligen Formen traditioneller Musik, die auf dem Globus existieren, in eine eigene Schublade packen, oder sie doch dem Dach-Begriff der Weltmusik bzw. World Music zuordnen? Im Zweifelsfall lautet die Antwort mittlerweile zumeist: ja.
 

Originalbild gefunden auf B&WTF

Das, was man heute im Radio als World Music hören oder auf Weltmusik-Festivals live erleben kann, ist zum überwiegenden Teil Pop-Musik aus nicht-westlichen Ländern bzw. aus Einwander-Communities in Westeuropa oder Nordamerika. Allerdings wurde der Terminus Weltmusik schon in den frühen 1960er Jahren von Jazzmusikern wie den Saxofonisten John Coltrane und Tony Scott oder dem Trompeter Don Cherry verwendet, die sich intensiv mit afrikanischen, indischen bzw. südostasiatischen Klängen befasst hatten. Einem größeren Publikum wurde "World Music" aber erst ein Begriff nach jenem denkwürdigen Abend 1987 in einem Londoner Pub. Da trafen sich Leute, die kleine unabhängige Plattenfirmen betrieben, auf denen sie traditionelle und moderne Musik aus aller Welt veröffentlichten. Sie alle hatten ein gemeinsames Problem: Ihre Platten wurden von vielen Läden nicht verkauft, weil die Händler nicht wussten, wohin sie die Scheiben stellen sollten, denn sie passten weder ins Klassik- noch ins Pop- oder Jazz-Regal. In der Pub-Runde einigte man sich schließlich darauf, den Plattenläden vorzuschlagen, eine neue Abteilung einzurichten und sie "World Music" zu nennen. Da konnte dann alles stehen, was in andere Kategorien nicht hineinpasste. Insofern haftete dem Begriff "World Music", der dann im deutschsprachigen Raum langsam zu "Weltmusik" wurde, von Anfang an das Image des Lückenbüßers an. Aber auch Lückenbüßer werden eben unter bestimmten Umständen gebraucht.

Immer donnerstags im morgen:magazin : der »Worldwide Music Guide« von Wolfgang König.

12)WOMEX

"WOMEX showcases the newest bands and the freshest talent in world music [...]." BBC Radio 3