Multipieps Cultmatz bloggt!

 

Freitag, 2. April - Abschied

Hallo meine Lieben,

so, nun ist es so weit ... Ich werde jetzt in mein Reisenest klettern, mich zusammenrollen und tief und fest schlafen, bis das Flugzeug in Berlin landet.

Und wahrscheinlich werde ich dort gleich weiterschlafen, weil mich die Zeitumstellung so mitnimmt!

Ich glaube, ich habe richtig Muskeln in meinen Krallen bekommen vom vielen Hüpfen auf der Tastatur. Und ehrlich gesagt: Manchmal auch Muskelkater. Aber es hat mir viel Spaß gemacht und ich hoffe, Euch auch. Gemeinsam haben wir viele interessante Seiten von Perú entdecken können und vielleicht habt Ihr ja jetzt Lust bekommen, noch mehr über dieses Land zu erfahren. Ihr könntet Eure Eltern bitten, Euch ein Buch über Perú zu kaufen (oder vielleicht macht Ihr das sogar selbst von Eurem Taschengeld?), zusammen eine Dokumentation im Fernsehen anzuschauen oder Ihr hört ganz genau hin auf multicult. Denn dort gibt es ab und zu auch peruanische Musik und in unserem 19-Uhr-Programm werdet Ihr sicher auch noch die ein oder andere Geschichte aus Perú hören.

Ich hoffe jedenfalls, dass mein kleiner Blog Euch gefallen hat und dass Ihr natürlich auch weiterhin meine Gute-Nacht-Geschichten hören werdet! Mein Urlaub in Peru hat jedenfalls Wirkung gezeigt. Ich bin gesund und erholt und freue mich auf die Zeit mit Euch!

Euer Multipieps Cultmatz

 

Donnerstag, 1. April - Langsam wird's ernst ...

Hallo meine Lieben,

kaum zu glauben, aber wahr. Ganze sechs Wochen habe ich für Euch gebloggt und es gibt doch noch so viel, was ich Euch nicht erzählen konnte.

Von den Ruinen von Machu Picchu, vom eiskalten Titicacasee mit seinen schwimmenden Inseln, von den geheimnisvollen Nazca-Linien, von den Lehmziegelpalästen im Norden, dem Regenwald, von der Quechua-Sprache, von der Musik, die man hier in Peru hört, und, und, und ...

Die Zeit war einfach zu kurz!

Und es gibt so viele Geschichten, die ich noch zu erzählen habe. Aber die werdet Ihr vielleicht nicht hier im Blog lesen, sondern bald um 19 Uhr bei mir hören können - wie immer auf verschiedenen Sprachen. Da wird es um den Fuchs und um den Kondor gehen, um den heiligen Mais und um tanzende Männer in Röcken ... Seid ihr gespannt? Dann haltet mir die Treue. Ich werde jedenfalls morgen ins Flugzeug klettern und zurück nach Deutschland kommen. Obwohl ich mich schon sehr auf Euch alle freue, habe ich auch Angst vor dem Abschiedsschmerz, denn es hat mir doch so gut hier gefallen in Peru!

Morgen, am Freitag, gibt es den letzten Blogeintrag dieser Reise ... Herrje, ging das schnell!

 

Mittwoch, 31. März - So reist man in Peru

Hallihallo!

Heute muss ich Euch etwas über die Fortbewegung in Peru erzählen. Es gibt hier nämlich keine U-Bahn und keine Straßenbahn.

Stattdessen werdet Ihr auf den Straßen viele Taxis sehen. Taxifahren ist hier sehr billig. Für einen Euro könnt Ihr quer durch die Stadt fahren ... Das Besondere ist hier, dass die Taxifahrer keinen Taxameter haben, der beim Fahren mitläuft und Euch am Ende den Preis verrät. Nein: Hier fragt man den Fahrer vorher, wie viel er haben will. Und meistens kann man ihn sogar ein bisschen runterhandeln!

Noch billiger als die Taxis sind die Combis. Das sind kleine Busse, die auf festen Linien verkehren. Weil hier in Peru alles ein bisschen chaotischer ist als in Deutschland, kann man ein Combi fast überall per Handzeichen anhalten, und man kann auch überall dort aussteigen, wo man möchte. Man muss nur dem Fahrer Bescheid sagen und er hält dann an.

Fahrscheine gibt es nicht. Man bezahlt das Fahrgeld in bar. Und weil sich der Fahrer darum nicht kümmern kann, während er fährt, hat er den »cobrador«. Das heißt wörtlich Kassierer. Der »cobrador« öffnet und schließt auch die Combitür, hilft alten Menschen und Kindern beim Einsteigen, und er hängt sich aus dem Fenster und ruft auf die Straße, wo das Combi hinfährt. Das ist sehr praktisch! Leider sind Combis klein und oft überfüllt, sodass man im Stehen reisen muss. (Ich kann natürlich immer bequem oben auf den Haltestangen sitzen, aber für die Menschen sieht das anders aus!)

Wenn man von einer Stadt in die andere will, fährt man mit dem Bus. Es gibt sehr viele Busunternehmen in Peru. Manche Busse haben sehr niedrige Fahrpreise, sind dafür aber auch alt und dreckig, und leider gibt es immer wieder Unfälle, weil die Fahrer sehr unvorsichtig sind. Aber es gibt auch gute Busgesellschaften, die nur ein wenig mehr kosten, aber viel sicherer und bequemer sind.

Züge gibt es in Peru nur sehr wenige und meistens nur für die Touristen! Und Fliegen geht zwar schnell, ist aber für die meisten Peruaner zu teuer. Deshalb fahren sie Bus. Meistens ist die Busfahrt auch gleichzeitig ein mobiler Kinobesuch, denn es wird immer ein Film gezeigt. Und vom Schwarzmarkt habe ich Euch ja schon erzählt - es ist also möglich, dass Ihr auf Eurer Reise den neuesten Kassenschlager aus dem Kino zu sehen bekommt. Popcorn wird leider nicht serviert ...

 

Dienstag, 30. März - Obst! Obst! Obst!

Hallo meine Lieben,

besonders an Peru werde ich nicht seine Limonaden vermissen, sondern das frische Obst. Hier gibt es sogar viele Sachen, die man in Deutschland nicht kennt!

Zum Beispiel Lúcuma! Auf Deutsch nennt man sie manchmal auch Eifrucht. Aus der Lúcuma kann man leckeren Joghurt und Eiscreme machen. Der Geschmack ist ganz schwer zu beschreiben. Sie ist angenehm süß, cremig, hm ... Eins kann ich Euch versichern: Wer einmal Lúcuma probiert hat, wird es immer wieder tun wollen!

Typisch von hier ist auch die Chirimoya. Sie ist oval und grün und hat ein weißes, weiches Fruchtfleisch, das sehr süß und saftig ist, und glänzende schwarze Kerne. Man teilt sie in zwei Teile und löffelt das herrlich weiche Fruchtfleisch - die Kerne spuckt man aber aus!

Sehr lecker ist auch die Granadilla. Ihre Form erinnert an eine Zwiebel, aber von der Farbe sieht sie eher aus wie eine Orange. Ihre Schale klopft man mit dem Löffel auf - im Inneren findet man ihre grauen Samen in einem süßen Saft. Das kann man komplett weglöffeln!

Und dann gibt es hier natürlich auch jede Menge Obst, das wir auch in Deutschland kennen, das hier aber um Längen besser schmeckt: Mangos, Bananen, Ananas, Erdbeeren ...

Wisst Ihr was? Ich habe jetzt Hunger bekommen und werde einen Obstsalat essen gehen!

 

Montag, 29. März - Das Leben ist Limonade!

So, meine Lieben,

meine letzte Woche in Peru ist angebrochen und ich werde Euch heute ausnahmsweise noch mal von etwas Ungesundem erzählen, bevor es morgen um die leckeren Früchte aus Peru gehen wird.

Es ist nämlich schier unglaublich, wie viele verschiedene »gaseosas« es hier gibt. »Gaseosas«, das sind Limonaden, Softdrinks oder Sprudelgetränke, ganz wie Ihr wollt.

Wie wohl überall auf der Welt gibt es hier Coca Cola, Sprite und Fanta.

Daneben trinken aber alle Peruaner gerne Inca Kola. Inca Kola sieht nicht aus wie Coca Cola, sondern ist quietschegelb. Und sie schmeckt auch ganz anders. Die Peruaner tranken früher viel mehr Inca Kola als Coca Cola. Deswegen wurden die Besitzer von Coca Cola sauer und haben Inca Kola einfach gekauft. Jetzt gehört die Firma also zu Coca Cola. Aber sie heißt natürlich noch immer Inca Kola!

Es gibt auch noch viele andere Getränke in Peru, die Kola heißen. Zum Beispiel Kola Real. Kola Real kommt aus Ayacucho im zentralen Hochland. Als es in den achtziger Jahren das Problem des Terrorismus gab, konnten Ayacucho und die umliegenden Orte nicht mehr mit Coca Cola versorgt werden, weil kein Lastwagen sich mehr in diese Region traute. Also beschloss eine Familie, in ihrem eigenen Haus Limonade herzustellen. Sie füllten sie eigenhändig in Flaschen und malten selbst die Etiketten - das war die Kola Real.

Heute ist Kola Real ein großes Unternehmen. Das Getränk gibt es in vielen Farben und Geschmacksrichtungen. In Schwarz schmeckt es fast wie Coca Cola, nur weniger süß. Aber Ihr könnt es natürlich auch mit Ananas-, Orangen- oder Erdbeergeschmack probieren!

In Arequipa trinkt man auch Kola Escocesa - wörtlich schottische Kola. Dieses Getränk ist dunkelrot und schmeckt ein bisschen nach Kirsche.

So, ich habe jetzt Durst bekommen

Freitag, 26. März - Canchita, Chifle und Camote

Hallo ihr Lieben,

das Wochenende nähert sich, und somit finde ich, es ist an der Zeit, über die kleinen Freuden des Lebens zu reden. Damit meine ich kleine Leckereien, die man jederzeit und überall essen kann.

Von der Canchita habe ich Euch ja schon erzählt: gesalzener und gerösteter Mais.

Mindestens genauso lecker sind »Chifles«. Was das ist? Nun ja, Ihr kennt doch sicher Kartoffelchips? Chifles sind im Prinzip dasselbe, aber sie werden aus Bananen gemacht. Hmmm!

Und dann gibt es noch Camote-Chips, die aus der süßen Kartoffel hergestellt werden. Wenn ich mich also zwischen Chifles und Camote entscheiden muss, esse ich ... beides!

Auch sehr lecker ist »Maní confitado«, gebrannte Erdnüsse. Ihr habt doch bestimmt schon einmal gebrannte Mandeln gegessen, auf dem Rummel oder dem Weihnachtsmarkt? Maní confitado ist das Gleiche, nur mit Erdnüssen. Es gibt ihn hier auf der Straße, aber auch im Kino.

Im Kino gibt es übrigens auch Popcorn - aber Vorsicht! Anders als in Deutschland ist das Popcorn in Peru salzig. Das kann schon eine recht unangenehme Überraschung sein, wenn man süßes Popcorn erwartet.

So ... eigentlich wollte ich ja heute über gesundes Essen, Obst und Säfte sprechen, da hab ich mich wohl etwas verplappert ... Ihr verratet?s doch keinem, oder? 

 

Donnerstag, 25. März - Queso Helado

Hallo meine Lieben,

gestern und vorgestern haben wir ja sehr reichhaltig gegessen, also wird es langsam Zeit für den Nachtisch.

Mir ist hier in Arequipa schon mehrmals ein Schild aufgefallen, auf dem »Queso Helado« steht.

Und das fand ich dann noch ekliger als die Vorstellung von rohem Fisch. »Queso Helado« heißt nämlich wörtlich »gefrorener Käse«. Ich habe mich darüber sehr gewundert. Isst man in Arequipa wirklich gefrorenen Käse? Tut man ihn auf Stielen in die Tiefkühltruhe? Oder handelt es sich vielmehr um Frischkäse, den man dann mit Schlagsahne zu löffeln bekommt? Mit Parmesan als Deko darüber?

Ich muss gestehen, meine Phantasie hat verrückt gespielt!

Aber dann habe ich das Geheimnis gelüftet. Queso Helado hat tatsächlich gar nichts mit Käse zu tun, oder nur sehr wenig. Es ist einfach ein leckeres Eis - ein Milchspeiseeis -, das mit Zimt serviert wird - so:

Genauer gesagt macht man Queso Helado mit frischer Milch, Kondensmilch, Kokosraspeln und eben Zimt und auch Nelken. Hier in Arequipa gibt es ihn an jeder Ecke (nun ja, fast jeder). Oft wird er in einem metallenen Behälter aufbewahrt, der in einem Holzfass steht. In dem Holzfass ist Eis, also Eiswürfel, das den Queso Helado im Metalleimer kalt hält.

An heißen Sommertagen geht nichts über eine große Portion Queso Helado! Oder doch, na klar: Zwei Portionen Queso Helado!

 

Mittwoch, 24. März - Ceviche

Hallo meine Lieben,

heute geht es weiter mit einem anderen typischen Gericht aus Perú, vielleicht sogar dem typischsten: Ceviche!

Was ich Euch gleich über Ceviche erzählen werde, findet Ihr vielleicht ein bisschen eklig. Ceviche wird nämlich aus rohem Fisch gemacht!

Der Fisch wird in kleine Würfel geschnitten und dann kommen Zitronensaft, rote Zwiebeln, Salz, Chili, Koriander und manchmal auch Sellerie dazu. Der Fisch wird im Zitronensaft mariniert.

Wenn alle Zutaten zusammenkommen, bekommt der Saft einen ganz eigenen Geschmack - sauer und scharf! Weil er weiß und milchig aussieht, nennt man ihn »leche de tigre« - Tigermilch. Und die Peruaner sagen: »Wenn Ceviche nicht scharf ist, dann ist es kein Ceviche.«

Ceviche schmeckt köstlich! Und gegen die Schärfe isst man »canchita«, das ist gerösteter und gesalzener Mais, knusprig und um Längen besser als Popcorn. Oder man isst dazu »camote«, das ist Süßkartoffel - hervorragend gegen das Brennen im Schnabel.

Ceviche kommt aus Peru, aber mittlerweile könnt Ihr es auch in vielen anderen Ländern essen und auch mit vielen verschiedenen Zutaten. Hier in Arequipa tut man natürlich auch kleingeschnittenen Rocoto ans Ceviche!

Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr ja mal mit Euren Eltern Ceviche zubereiten - was meint Ihr? Sagt mir unbedingt Bescheid, wie es Euch geschmeckt hat!

 

Dienstag, 23. März - Rocoto Relleno

Hallo meine Lieben,

hm, mir läuft schon das Wasser im Schnabel zusammen, wenn ich nur daran denke.

Jeder gute Arequipeño weiß natürlich, was das berühmteste Gericht von Arequipa ist: Rocoto Relleno!

Das bedeutet »gefüllter Rocoto«. Und was ist Rocoto?

Der Rocoto ist eine Frucht, die mit der Paprika verwandt ist. Aber der Grund, warum man ihn in Arequipa und anderswo so sehr liebt, ist, dass der Rocoto viele kleine Kerne hat, die extrem scharf sind. Wenn man also gefüllten Rocoto zubereitet, muss man ihn gut auswaschen und die Kerne entfernen - auch so ist er noch scharf genug!

Ich habe an diesem Wochenende das erste Mal Rocoto Relleno gegessen. Er war mit Fleisch, Zwiebeln, Oliven, Ei und Rosinen gefüllt. Himmlisch, sage ich Euch! Aber nach ein paar Bissen bin ich feuerrot angelaufen und kopfüber in den großen Chichakrug auf dem Tisch gesprungen, um die Schärfe mit eiskalter Chicha zu betäuben! Leider ist mir dort eingefallen, dass ich ja gar nicht schwimmen kann ...

Na ja, der freundliche Kellner hat mich an den Schwanzfedern aus dem Krug gefischt und zum Trocknen auf einen Tisch in der Sonne gesetzt. Dann hat er mir auch erklärt, dass man den Rocoto Relleno immer mit dem »pastel de papas« essen muss. Das ist wörtlich übersetzt »Kartoffelkuchen«  - in Wahrheit kein Kuchen, sondern ein leckerer Kartoffelauflauf mit viel Käse. Und wenn man den isst, hilft das besser gegen die Schärfe als jedes Getränk.

Auf diese Weise konnte ich dann doch noch meinen ganzen Rocoto verputzen - hmmm!

Montag, 22. März - Guten Appetit!

Hallo meine Lieben!

In dieser Woche habe ich beschlossen, dass wir uns endlich einem wesentlichen Thema widmen werden. Und zwar dem Essen!

Sabrina schimpft mit mir und sagt, dass ich jeden Morgen drei Runden um die Kathedrale fliegen muss. Da komme ich vielleicht ins Schwitzen! Aber ich habe hier in Perú doch glatt zugenommen, weil das Essen so lecker ist.

Hier in Arequipa gibt es spezielle Restaurants, die Picantería heißen. »Picante« ist Spanisch und heißt »scharf«. Vielleicht heißen diese Orte also deshalb so, weil dort sehr scharf gegessen wird - tatsächlich mögen alle Peruaner gut gewürztes Essen! Ich habe aber auch die Geschichte gehört, dass der Name von dem Wort »picar« kommt. Das heißt soviel wie »eine Kleinigkeit essen« und soll daher kommen, dass früher kleine Gratisportionen zu den Getränken gereicht wurden. Ob das stimmt? Eins ist jedenfalls sicher: Heute gibt es in den Picanterías große und reichhaltige Portionen, typische Gerichte aus der Küche Arequipas.

Die Picanterías haben sich als Restaurants für die Bauern und Feldarbeiter entwickelt. Diese mussten gut und energiereich essen, um die harte Arbeit auf dem Feld erfolgreich leisten zu können. Deswegen sind die Portionen in den Picanterías so groß - und so lecker! Heute isst auch die normale Stadtbevölkerung gut und gerne in den Picanterías, am liebsten an den Wochenenden, denn dann hat man viele Stunden Zeit, seinen gut gefüllten Teller leer zu essen.

Was es jetzt genau in den Picanterías gibt? Das verrate ich Euch morgen!

Freitag, 19.3. - Yakana, das Himmelslama

Hallo meine Lieben,

zum Wochenabschluss schauen wir gemeinsam in die Sterne! Ich habe nämlich eine letzte Lamageschichte für Euch, die Ihr sicher mögen werdet.

Vor langer Zeit gab es einen Hirten, der eine große Herde Lamas hatte. Er behandelte seine Tiere gut, deswegen liefen sie nie fort und mochten ihn und seine Familie.

Eines Tages kam Yakana zu ihm, das größte Lama der Herde, das ganz schwarz war. Yakana sagte:

»Lieber Freund, wir alle sind sehr besorgt, denn wir können an den Sternen sehen, dass es bald eine große Flut geben wird. Sie wird alles überschwemmen.«

»O je«, rief der Hirte. »Aber was sollen wir tun?«

»Das will ich dir sagen«, entgegnete Yakana, »wir werden alle gemeinsam mit vielen Vorräten auf den hohen Gipfel dort drüben steigen - siehst du? Wir werden auch andere Tiere mitnehmen, damit sie nicht ertrinken.«

Und so geschah es. Der Hirte und seine Familie, all seine Lamas und viele andere Tiere kletterten auf den höchsten Berg in der Umgebung, und sie taten das gerade rechtzeitig, denn das Wasser begann jäh zu steigen. Es war das weiße Wasser der Milchstraße, und es stieg und stieg, bis es alles bedeckte, aber als es bis zu dem Gipfel kam, an dem unsere Freunde saßen, hörte es auf zu steigen. Alle atmeten erleichtert auf, nur der Fuchs begann zu zetern. Denn er hatte ausversehen seine Schwanzspitze in das Wasser getaucht und deshalb ist sie bis auf den heutigen Tag weiß.

Als das Wasser zurückging, kamen alle wohlbehalten wieder von dem Berg herunter und lebten weiterhin glücklich und zufrieden, dank der klugen Warnung des treuen Lamas Yakana.

Wenn Ihr in den Himmel schaut, dann seht Ihr viele Sterne, und Ihr wisst bestimmt, dass diese Sterne Figuren ergeben - Sternbilder wie den Großen Wagen oder das Kreuz des Südens.

Für die Menschen in den Anden aber sind nicht die Sternbilder interessant, sondern die schwarzen Flecken dort, wo man keine Sterne sieht. Sie sehen in einem der Flecken den Umriss des Fuchses, dessen Schwanzspitze ins Wasser getaucht wurde. Und in einem anderen Fleck sehen sie den Umriss eines Lamas - niemand anders als Yakana! Yakana steht am Himmel und trinkt aus der Milchstraße. Und nachts, wenn alle schlafen, kommt Yakana auf die Erde und trinkt die Ozeane leer. Das ist gut so, denn ansonsten würde es wieder eine Sintflut geben. Auf diese Weise beschützt Yakana die Menschen auf der Erde bis auf den heutigen Tag.

Gerne würde ich Euch Yakana am Himmel zeigen - leider sieht man sie nur hier auf der Südhalbkugel. Aber natürlich könnt Ihr trotzdem in die Sterne schauen - vielleicht entdeckt Ihr dort oben Eure eigenen Figuren?

 

Donnerstag, 18.3. - Das Vicuña

Hallo meine Lieben,

heute möchte ich Euch dieses Tier vorstellen:

Das Vicuña - oder auf Deutsch Vikunja - ist, wie Ihr sehen könnt, viel zierlicher als das Lama oder das Alpaka. Und es gibt einen weiteren wesentlichen Unterschied. Denn Lama und Alpaka sind Haustiere, aber Vicuñas leben in freier Wildbahn und können nicht gezähmt werden. Das heißt, dass sie für niemanden Lasten tragen, niemand ihnen Futter geben muss und sie auch niemand streicheln kann.

Vicuñas haben eine ganz besonders feine Wolle. Sie ist noch viel, viel feiner als die Wolle des Alpakas. Es ist die feinste tierische Wolle, die es auf der ganzen Welt gibt, und weil es ziemlich wenige  Vicuñas gibt, aber viele Menschen, die ihre Wolle wollen, ist die  Vicuña-Wolle sehr teuer.

Warum aber gibt es so wenige  Vicuñas?

Zu Zeiten der Inka war die Wolle dieser Tiere schon fast so beliebt wie heute. Aber die Inka wussten, wie sie mit den  Vicuñas umgehen mussten. Sie trieben sie nur einmal im Jahr zusammen, schoren sie und ließen sie dann wieder laufen.

Als die Spanier Peru eroberten, bewunderten sie die feine Kleidung des Inkas und seines Hofstaats. Als sie hörten, dass diese weiche Wolle von den  Vicuñas stammte, machten sie sich auf den Weg, um diese Wolle zu bekommen. Aber wenn sie ein  Vicuña sahen, schossen sie es tot und schoren es dann. Auf diese Weise gab es jedes Mal weniger Vicuñas.

Aber mittlerweile hat sich vieles geändert, und nicht nur in Peru tut man alles dafür, dass die Vicuñas in Frieden leben können und nicht wegen ihrer Wolle sterben müssen. Sie leben das Jahr über frei und werden nur zum Scheren zusammengetrieben - wie früher zu Zeiten der Inka.

Und es gibt ein Vicuña, das sich sowieso keine Sorgen machen muss - das ist das Vicuña im peruanischen Wappen. Schaut:

Mittwoch, 17.3. -
Das Alpaka

Hallo Ihr Lieben!

Nach der Geschichte von der Lamakrone möchte ich Euch heute einen Cousin des Lamas vorstellen - das Alpaka:

Wie Ihr seht, sind sich das Lama und das Alpaka sehr ähnlich. Der Unterschied ist, dass das Alpaka kleiner und leichter ist. Und ein anderer Unterschied ist, dass der Stummelschwanz bei Lamas nach oben steht, bei Alpakas aber nach unten. So könnt Ihr im Zweifelsfall sehr schnell feststellen, ob es sich um ein Alpaka oder ein Lama handelt. Das ist sehr praktisch, wenn man keine Waage und kein Maßband dabei hat, um Gewicht und Größe zu vergleichen!

Ein weiterer Unterschied: Die Wolle der Alpakas ist noch weicher und feiner als die der Lamas. Und deshalb müssen Alpakas weniger schwere Sachen auf ihrem Rücken schleppen, sondern können es sich gutgehen lassen, bis ihre Wolle lang genug ist und geschoren werden kann. Das passiert alle zwei Jahre und ist vermutlich der einzige Stress, dem sich ein Alpaka aussetzen muss.

Morgen lernen wir den nächsten Verwandten der wolligen Familie kennen: nämlich das Vicuña.

 

Dienstag, 16.3. - Die Lamakrone

Hallo meine Lieben,

ich hatte Euch eine Lamageschichte versprochen, und eine Lamageschichte bekommt Ihr heute.

Es war einmal ein fleißiger Bildhauer namens Martín Benlliure, der in Spanien lebte. Er verstand sein Handwerk so gut, dass er weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt war.

Es begab sich nun, dass sich das Jahr 1921 näherte, und in diesem Jahr wollte man in Peru ganz besonders feiern, denn es war das  hundertste Jubiläum der peruanischen Unabhängigkeit von Spanien. Lange hatte die peruanische Regierung überlegt, wie man den Tag der Unabhängigkeit angemessen begehen konnte. Man beschloss schließlich, mitten im Zentrum von Lima, der Haupstadt, einen wunderbaren Platz zu errichten. In der Mitte des Platzes sollte eine Statue von José de San Martín stehen. Dieser Mann hatte hundert Jahre zuvor für die Unabhängkeit Perus gekämpft.

Und weil man nicht irgendeinen Bildhauer damit beauftragen wollte, einigte man sich auf Martín Benlliure, damit er die Statue von José de San Martín anfertige. Er bekam klare Anweisungen. Der Held sollte auf seinem Pferd sitzend dargestellt werden, und auf dem Marmorsockel sollte eine Frau stehen, die »Madre Patria« oder »Mutter Vaterland«, die Peru darstellte. Auf dem Kopf dieser Frau sollte eine »corona de llama« ruhen.

»Eine Lamakrone!«, sagte sich Martín Benlliure. »Etwas merkwürdig, aber warum nicht? Dort in Peru gibt es schließlich unzählige Lamas.« Und er krempelte die Ärmel hoch und machte sich an die Arbeit.

Am 27. Juli 1921 wurde die Plaza de San Martín mit einem großen Fest eingeweiht, und stolz enthüllte man die Statue von José de San Martín ...

Der peruanische Präsident rieb sich die Augen und rief: »Aber was ist denn das? Warum sitzt denn da ein Lama auf dem Kopf unserer Madre Patria?«

»Aber Herr Präsident«, sagte Martín Benlliure verwundert, »so ist es doch befohlen worden: eine Lamakrone.«

Der Präsident schaute den Bildhauer verdutzt an: »Aber nein, aber nein! Ich meinte doch eine Flammenkrone!«

Und da fiel es Martín Benlliure wie Schuppen von den Augen. Denn »llama« heißt auf Spanisch nicht nur Lama, sondern auch Flamme. Vor Scham wäre der arme Bildhauer am liebsten im Erdboden versunken ... Aber am Ende lachten alle über dieses Missverständnis und der Präsident klopfte Benlliure wohlwollend auf die Schulter. Oder zumindest stelle ich es mir so vor. Denn eines muss man sagen: Das kleine Lama ist wirklich allerliebst und sitzt bis auf dem heutigen Tag auf dem Kopf der Madre Patria. Ihr glaubt mir nicht? Seht selbst:

Montag, 15.3. -
Das Lama

Hallo meine Lieben,

na, hattet Ihr ein schönes Wochenende? Ich hätte mich um ein Haar wieder verkühlt. Denn nachts ist es hier in Arequipa schon recht kalt. Aber ich habe mich einfach in meinen regenbogenbunten Schal aus Alpakawolle gewickelt und hatte es sofort wieder schön warm und kuschelig!

Ihr fragt Euch vielleicht, was ein Alpaka ist?

Kein Problem! Ab heute stelle ich Euch einige Freunde vor, damit Ihr die knuffigsten Bewohner Perus kennenlernt: Lamas, Alpakas und Vicuñas!

Beginnen wir mit diesem hier:

Das ist ein Lama! Auch, wenn Ihr es vielleicht nicht glaubt, aber das Lama ist ein Verwandter des Kamels. Es hat nur keine Höcker!
Lamas sind recht groß - mit ihrem langen Hals können sie bis zu 1,80 Meter hoch werden. Fragt mal Eure Eltern, wie groß die sind - dann habt Ihr eine Vorstellung.

Lamas gibt es in allen möglichen Farben. Aus ihrer Wolle kann man wunderbare Schals und Pullover herstellen.

Schon für die Inkas waren die Lamas aber aus einem anderen Grund sehr wichtig. Lamas sind nämlich hervorragende Lasttiere, und sie sind sehr gut an die dünne Höhenluft angepasst.

Aber Lamas sind auch eigensinnig, und wenn sie zu schwer beladen werden, legen sie sich hin und stehen erst wieder auf, wenn man das Gewicht von ihrem Rücken nimmt.

Und Lamas spucken! Keine gute Erziehung, sagt Ihr? Das stimmt. Aber wenn ein Lama sich ärgert oder erschreckt, dann kann es Euch mit einer stinkend-sauren Flüssigkeit aus seinem Magen bespucken. Deswegen finde ich, man sollte zu Lamas sehr freundlich sein ...

Morgen erzähle ich Euch noch eine weitere Geschichte über die Lamas - und in den nächsten Tagen lernen wir dann die Verwandten des Lamas kennen. Seid Ihr schon gespannt? Dann lesen wir uns morgen!

 

Freitag, 12.3. - Bücher

Herzlich willkommen im Beinahwochenende, meine Lieben!

Ich war ganz schön faul diese Woche. Na ja, nicht ganz, ich habe Euch immerhin jeden Tag etwas Interessantes geschrieben. Und wie gesagt, das Herumhüpfen auf der Tastatur geht ganz schön in die Krallen. Und wahrscheinlich nehme ich davon sogar ab!

Außerdem habe ich in dieser Woche sehr viel für meine Bildung getan, ich habe nämlich mehrere Bücher verschlungen. Also, natürlich nicht wirklich. So lecker wäre das nicht. Aber das Schöne an Büchern ist, man kann lesend so viele verschlingen, wie man will, und wird trotzdem nicht dick - höchstens klüger!

Leider sind Bücher hier in Perú sehr, sehr teuer. Und die meisten Peruaner haben sehr, sehr wenig Geld. Also kaufen sie von diesem Geld meistens keine Bücher! Auf der Straße werden unendlich viele Filme auf DVD verkauft - das sind alles verbotene Raubkopien, aber sehr billig. Anstatt sich ein Originalbuch zu kaufen, kaufen viele Leute hier lieber zwanzig DVDs, und es ist noch immer billiger. Verrückt, oder?

Natürlich gibt es auch billige Bücher! Es gibt sogar sehr viele Buchläden mit sehr billigen Büchern. Die sind meistens nicht viel teurer als eine illegale DVD. Der Grund dafür ist, dass sie ganz oft auch nicht »echt« sind: Sie sind kopiert und auf schlechtem Papier gedruckt, das schnell reißt. Die Autoren, die die Bücher geschrieben haben, bekommen natürlich nichts von dem wenigen Geld, das die Bücher kosten. Und die Filmemacher und Schauspieler bekommen auch kein Geld für die DVDs. Und das Gleiche gilt für die Musik-CDs, die es überall zu kaufen gibt. Weil es alles Kopien sind, kosten sie wenig und jeder kann sie sich leisten. »pirata« nennen die Peruaner solche illegalen Kopien. Mit echten Piraten hat das natürlich nichts zu tun, aber auch in Deutschland reden wir ja von Videopiraterie und meinen dann genau solche verbotenen Kopien.

Und nun wird es schwierig. Ich habe mir ein paar kleine Bücher gekauft, von denen ich genau weiß, dass sie »pirata« sind! Und jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Andererseits denke ich: Viele peruanische Familien haben kein Geld, um sich ein Originalbuch zu kaufen. Oder meinetwegen auch eine Original-CD. Das können sie nur, weil es so viele »pirata«-Kopien gibt. Müssen sich nicht die Schriftsteller, Schauspieler und Sänger freuen, dass so viele Leute von ihnen erfahren, die sich das sonst nicht leisten können? Oder sollten sie einfach nur wütend sein, weil sie von den verbotenen Kopien kein Geld abbekommen?

Das ist knifflig, oder? Was meint Ihr dazu? Soll man diese Kopien kaufen oder lieber nicht? Oder ist es in Ordnung, ein »pirata«-Buch zu kaufen, einen »pirata«-Film aber nicht - oder umgekehrt? Mir schwirrt der Kopf! Wenn Ihr Eure Gedanken mit mir teilen wollt, dann schreibt mir so wie immer eine E-Mail: cultmatz(at)multicult20.de

 

Donnerstag, 11.3. - Die yapa

Hallo meine Lieben,

wetten, dass Eure Eltern nicht wissen, was eine yapa ist? Und wenn doch, dann kommen sie bestimmt aus Lateinamerika.

Hier weiß jedes Kind, was es mit der yapa auf sich hat. Das ist eine sehr hübsche Sache. Wenn ich zu meiner Lieblingsverkäuferin auf der Straße flattere und ihr mit dem Schnabel eine blankpolierte Münze hinhalte, dann weiß sie, dass sie mir für diese Münze drei tunas geben muss. Aber meistens bekomme ich noch eine vierte, kleine tuna als Geschenk dazu. Das ist die yapa.

Oder ich bin auf dem Markt und lasse mir einen ganz frischen Erdbeersaft pressen. Die Marktfrau füllt mein Glas und wartet, bis ich es ausgetrunken habe. (Das dauert meistens nicht so lange). Und dann schenkt sie mir das nach, was im Mixer übrig geblieben ist: das ist dann auch die yapa.

Die yapa ist also das kleine Extra, die Dreingabe, die man bekommt, wenn man etwas kauft. Die yapa ist auch wie ein kleines Geschenk, das man nicht bezahlen muss. Meine Lieblingsverkäuferin möchte keine zweite Münze von mir, weil sie mir eine tuna mehr gegeben hat!

Natürlich gibt es nicht überall die yapa. In den Supermärkten wird bis aufs letzte Gramm abgewogen und niemand denkt daran, seinen Kunden etwas zu schenken. Das ist eigentlich schade, oder? Ich finde, dass die yapa etwas sehr, sehr Lateinamerikanisches ist.

Aber vielleicht habt Ihr ja schon einmal ein Erlebnis gehabt und irgendwo in Deutschland Eure yapa bekommen? Dann schreibt mir Eure Geschichten an die bekannte Adresse: cultmatz(at)multicult20.de!

 

Mittwoch, 10.3. - Tunas

Hallo meine Lieben!

Heute habe ich einen so großen Berg tunas verputzt, dass ich erst recht keine Lust zum Herumfliegen habe! Was tunas sind? Das sind Früchte, die an Kakteen wachsen. Sie sind sehr süß und saftig und sie sehen so aus:

Tunas gibt es hier an jeder Straßenecke zu kaufen. Im Colca-Tal, von dem ich Euch gestern erzählt habe, wachsen und gedeihen sie hervorragend, und viele Frauen aus dem Colca-Tal machen sich früh am Morgen mit ihrem Korb voller tunas auf den Weg nach Arequipa. Das sind drei, vier oder sogar fünf Stunden mit dem Bus. In der typischen Kleidung des Colca-Tales - das heißt, in langen Röcken, die mit bunten Blumen und Vögeln bestickt sind, und mit ihren breitkrempigen Hüten - sitzen die Frauen dann auf der Straße. Man muss nur im Vorbeigehen stehenbleiben und vielleicht kurz nach dem Preis fragen.

Dann holt die tuna-Verkäuferin eine kleine Plastiktüte hervor und beginnt, so viele Früchte zu schälen, wie man möchte. Es gibt gelbe und rote und weiße tunas, und alle schmecken ein bisschen anders. Man kann sie sich von der tuna-Frau in die kleine Tüte packen lassen und unterwegs oder zuhause essen.

Oder man lässt sich die frisch geschälte tuna direkt auf die Hand geben und isst, während die Verkäuferin schon die nächste schält.

Hmmm ..., Gerade, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, gibt es nichts Erfrischenderes als ein paar tunas am Straßenrand. Es macht viel mehr Spaß, als die abgepackten Früchte im Supermarkt zu kaufen.

Denn die Verkäuferinnen am Straßenrand haben ein gutes Gedächtnis. Wer regelmäßig zum tuna-Kaufen kommt, den erkennen sie wieder. Und für die Treue gibt es ganz oft eine tuna extra - das ist die yapa. Aber was genau die yapa ist, das erkläre ich euch morgen, wenn ich ausgeschlafen habe. Jetzt gönne ich mir nämlich einen Mittagsschlaf und träume von - richtig, einem riesigen bunten Berg frischer tunas

 

Dienstag, 9.3. - Mayta Capac im Colca-Tal

Hallo meine Lieben,

ich bin ja froh, dass ich nicht im kalten und ungemütlichen Berlin sitze. Stattdessen lasse ich es mir hier im peruanischen Spätsommer gutgehen und mir die Sonne aufs Gefieder scheinen.

Mittags ist es hier so heiß, dass ich mich mit einer großen eisgekühlten und frischgrepressten Limonade unter einen Sonnenschirm auf der Dachterrasse verziehe, und dann lese ich in einem der vielen Bücher, die man hier für sehr wenig Geld kaufen kann. Immer, wenn ich mit einer Seite fertig bin, nehme ich einen Schluck Limonade, wische meinen feuchten Schnabel mit einer Flügelspitze ab und blätterte mit dem dann trockenen Schnabel um. Auf diese Weise erfahre ich ganz viel über Perú!

Heute habe ich eine Geschichte aus dem Colca-Tal gelesen, die ich Euch nicht vorenthalten will.  Das Colca-Tal liegt einige Stunden mit dem Bus von Arequipa entfernt. Es ist ein langes und weitläufiges Tal mit vielen kleinen Dörfern, terrassenförmigen Feldern an den Berghängen, uralten Inkaruinen und einer tiefen, tiefen Schlucht, in die sich der Colca-Fluss gefressen hat. Wenn tagsüber die Sonne scheint, dann ist es warm in diesem Tal, das noch viel höher gelegen ist als Arequipa. Aber nachts ist es bitterkalt. So ist das hier oben in den Anden.

Aus dem Colca-Tal gibt es viele Geschichten, und einige davon lese ich gerade. Am besten gefällt mir die Geschichte vom Inka Mayta Capac, den wir ja schon von der Gründung Arequipas kennen. Mayta Capac kam auf seiner Reise auch ins Colca-Tal und natürlich bemühten sich alle Bewohner des Tals, ihm sehr zu Diensten zu sein. In einem der Dörfer sah man den Inka kommen und reichte ihm einen großen Becher mit Chicha. Mayta Capac kostete und spuckte sie sofort wieder aus: "Ah, ch'uma!"
ch'uma ist ein Wort aus dem Quechua. Es bedeutet, dass etwas wenig Geschmack hat und schlecht gewürzt ist. Die Peruaner sagen das noch heute, wenn ihnen etwas nicht schmeckt. Mayta Capac sagte das also auch - und als Erinnerung an diesen Ausruf "Ah, ch'uma!" heißt das Dorf, in dem sich die Episode zutrug, bis heute Achoma. Hoffen wir, dass die armen Leute dort mittlerweile bessere Chicha zubereiten!

 

Montag, 8.3. - Die Legende der Coca-Pflanze

Einen wunderschönen Montag, meine Lieben!

Habt Ihr darüber nachgegrübelt, wie der curandero wohl meine Höhenkrankheit heilen mochte?

Also gut, ich werde es Euch jetzt erzählen:

Er holte aus einem Stoffbeutel eine Handvoll trockener grüner Blätter und warf sie in kochendes Wasser.

So sahen diese Blätter aus:

Dieses Getränk nennt man Mate de Coca!", erklärte mir der curandero und stellte die dampfende Tasse vor mich hin. "Und diese Blätter stammen von der Coca-Pflanze. Manche glauben, dass diese Pflanze uns vom Sonnengott Inti geschenkt wurde: Denn als die Spanier das Inkareich erobert hatten, mussten viele von uns hart arbeiten, zum Beispiel in den Minen, wo sie nach Gold und Silber suchen mussten. Diese Arbeit war so hart, dass viele sogar daran starben. Deshalb hatte Inti Mitleid und schenkte ihnen die Coca-Pflanze. Denn wenn man die Cocablätter kaut, verschwinden Schwäche, Hunger und Müdigkeit. Und so konnten die Nachfahren der Inka die harte Arbeit in den Minen ertragen.

Aber wahr ist, dass wir die Coca-Pflanze schon lange vor der Ankunft der Spanier kannten. Sie gibt nicht nur Kraft, sie ist auch gut gegen Kopfschmerzen und Durchfall, und das allerbeste Mittel gegen die Höhenkrankheit!"

Ich traute mich zuerst nicht, von dem Mate de Coca zu trinken, denn ich musste an Kokain denken, eine gefährliche Droge! Aber der curandero beruhigte mich:

"Nein, Coca ist etwas ganz anderes als Kokain! Natürlich kann man, wenn man viele hundert Kilogramm Cocablätter hat und komplizierte chemische Prozesse durchführt, eine Substanz erhalten, die eine Zutat für das Kokain ist. Aber die Blätter selbst sind keine Droge und tun dir nichts!"

Da war ich endlich überzeugt und habe in ganz kleinen Schlucken meinen Mate de Coca getrunken.

Und was soll ich Euch sagen: Er hat mir nicht nur ausgezeichnet geschmeckt, sondern auch sofort geholfen! Meine Höhenkrankheit ist wie weggeblasen. Dieses Wochenende war ich selbstverständlich trotzdem vorsichtiger!

 

Freitag, 5.3. - Soroche

Hallo meine Lieben,

vor lauter Geschichtenerzählen muss ich gestehen, dass ich Euch etwas verschwiegen habe.

Meine Erkältung ist natürlich mit dem Klima und dem frischen Obst hier besser geworden. Aber als ich am letzten Wochenende fröhlich durch die Stadt flatterte, wurde mir jäh wieder elend zumute!

Mir war so schwindlig, dass ich nicht zwei oder drei, sondern siebzehn Vulkane am Horizont sah! Und speiübel war mir dazu. Und mein armer Kopf ... Ach, das könnt Ihr Euch nicht vorstellen! Ich war ganz grün um den Schnabel, habe mich in meinem Körbchen verkrochen und vor mich hingewimmert. Nichts, nichts wollte ich wissen von den köstlichen peruanischen Keksen, von den frischen Mangoscheiben oder der eiskalten Limonade.

Also hat Sabrina - das ist meine Mama, die hier auf mich aufpasst - mit einem Seufzer das Körbchen genommen und ist mit mir zum Arzt gegangen. Gaaanz vorsichtig, natürlich, denn bei jedem Schritt wurde mir noch elender zumute.

Wir waren auch nicht bei einem gewöhnlichen Arzt, sondern bei einem curandero. So heißen die Heiler hier in Lateinamerika.

"Tja, eine klare Sache!", sagte der curandero, nachdem er nur einen kurzen Blick auf mich geworfen hatte. "Du armer Kerl hast dir ein ordentliches soroche eingefangen!"

Soroche - was ist denn das bitte?

Aber der curandero hat es mir sofort erklärt. Soroche, das ist die Höhenkrankheit. Arequipa liegt nämlich auf zweitausenddreihundert Metern. Das ist fast so, als würde man eine Stadt auf dem Gipfel der Zugspitze bauen. Ich komme ja aus dem Flachland. Aber hier oben in den Anden ist die Luft viel dünner. Wäre ich nicht das ganze Wochenende so unbekümmert herumgeflattert, wäre mir auch gar nichts passiert. Aber so habe ich mich zu sehr angestrengt. Mein armer kleiner Körper ist die große Höhe nicht gewohnt, und darum habe ich soroche bekommen und fühlte mich so elend.

Au weia, habe ich gedacht - gerade ist meine verdammte Erkältung besser geworden und schon bin ich wieder krank. Was soll nur aus mir werden? Muss ich am Ende ins Krankenhaus? Vor lauter Angst ist mir gleich noch mal elender geworden.

Da hat der curandero gelacht und gesagt: "Mach dir keine Sorgen, mein kleiner Freund! Gegen die Höhenkrankheit gibt es ein ganz einfaches und sehr wirksames Mittel."

Ich bin hellhörig geworden, das könnt Ihr Euch vorstellen!

Was mochte das wohl für ein Mittel sein? Ich habe mir natürlich die tollsten Sachen vorgestellt. Vielleicht musste ich mich von Kopf bis zu den Schwanzfedern mit einer Kondorfeder abkitzeln lassen? Oder in Gletscherschnee aus den Anden baden?

Nein, das Mittel ist ein ganz anderes, und welches, das verrate ich Euch am Montag. Wenn Ihr schon eine Idee habt, könnt Ihr mir natürlich schreiben: cultmatz@multicult20.de!

 

Donnerstag, 4.3. - Die Gründung von Arequipa

Hallo meine Lieben,

erinnert Ihr Euch an Jatun Ñawi, der so beeindruckt von der schönen Landschaft war?

 Er konnte nicht anders, er ließ seinen Khipu fallen und warf sich vor Mayta Capac auf die Knie. Der Inka verschluckte sich vor Überraschung fast an seiner Chicha.
"Jatun Ñawi! Sag an, was ist dein Begehr?"
"Inka, mein Herrscher, Sohn der Sonne", stammelte Jatun Ñawi, der selbst nicht genau wusste, wie ihm geschah. "Ich bitte Euch untertänigst um Erlaubnis, hier bleiben zu dürfen, denn nie habe ich einen schöneren Ort gesehen!"
In diesem Moment sanken auch alle anderen Mitglieder der Abordnung auf die Knie. "Oh ja, großer Inka!", riefen sie im Chor. "Gebt uns Eure Erlaubnis!"
Mayta Capac trank seine Chicha aus, warf einen etwas verwunderten Blick auf seine Untertanen und schaute sich dann um. Nun, sie hatten durchaus recht. Die Landschaft war ein Traum und die drei Vulkane am Horizont machten durchaus etwas her.
"Also gut, also gut, von mir aus", brummelte er und dachte daran, dass diese Worte nicht eben würdig waren, in die Geschichte einzugehen. Er holte also tief Luft, warf sich in die Brust und verkündete mit tiefer Stimme: "So sei es denn - ja, bleibt!"
Und eben diese Worte sind uns von Mayta Capac überliefert worden. Nicht überliefert worden ist der Fluch, den er ausstieß, als seine Sänftenträger impulsiv auch in die Knie gingen und der große Inka ins Gras purzelte.
Weil die Inka aber natürlich weder Deutsch noch Spanisch sprachen, sondern ihre eigene Sprache, das Quechua, klang der Befehl Mayta Capacs etwas anders: "Ja, bleibt" heißt nämlich auf Quechua "Arí, qhepay".
Und so wurde an diesem Ort die Stadt Arequipa gegründet, die heute Perús zweitgrößte Stadt ist. Dass sie ihren Namen von den Worten Mayta Capacs erhalten hat, so will es die Legende.
Leider schweigt die Legende über Details. Und so werdet Ihr in keinem Geschichtsbuch beschrieben finden, wie Mayta Capac schnaufend zu Fuß wieder in  Cusco ankam, in der Hand Jatun Ñawis Khipus. Aber vielleicht war es so. Ich jedenfalls kann mir lebhaft vorstellen, wie der Inka sich erschöpft in seinen Thron plumpsen lässt und nach einer eisgekühlten Chicha verlangt.
Arequipas Bewohner sind jedenfalls noch heute stolz auf ihr gutes Klima und auf die drei Vulkane. Und das ist ja wohl das Wichtigste.

 

Mittwoch, 3.3. - Die Gründung von Arequipa

Hallo meine Lieben,

heute gibt es doch noch eine Geschichte aus der Vergangenheit. Denn mir ist eingefallen, dass Ihr ja gar nicht wisst, wie Arequipa gegründet wurde, die schöne Stadt, in der ich mich gerade erhole!

Lange, lange bevor die Spanier in Perú eintrafen und das Gold der Inkatempel an sich rissen, war eine Abordnung der Inka unterwegs, um das Reich zu vergrößern. Der damalige Inka hieß Mayta Capac. Er hockte in seiner goldenen Sänfte, die auf den verschwitzten Schultern seiner Träger dahinschaukelte, nippte gelangweilt an seinem Becher mit Chicha - Maisbier - und schaute in die Landschaft. Seine Begleiter trieben Lamas mit roten Schleifen im Ohr vor sich her. Die Tiere schleppten alles, was der Inka möglicherweise benötigen konnte: kostbar gewebte Gewänder aus der feinsten Wolle, Früchte aus dem Regenwald, Krüge voll Chicha, ein goldenes Zepter zum Wechseln und dergleichen Sachen mehr.

Jatun Ñawi war der wichtigste Berater von Mayta Capac, denn er war der Gelehrte, der die geheimnisvollen Knotenschnüre knüpfen konnte. Die Inka nannten sie "khipus". Auf bunten Schnüren wurden an ganz bestimmten Stellen Knoten gemacht, um Botschaften zu verschlüsseln. Nicht jeder konnte die "khipus" lesen. Jatun Ñawi spazierte neben der Sänfte des Inkas, ließ seinen scharfen Blick über die Landschaft gleiten und knüpfte eifrig Khipu um Khipu. Es gab so viel zu sehen und zu berichten! Fast machte er sich einen Knoten in die Finger, so schnell musste er arbeiten.

Sie waren vor einigen Tagen aus ihrer Hauptstadt Cusco aufgebrochen; Mayta Capac hatte manchmal sonderbare Ideen. Aber natürlich hätte es keiner gewagt, ihm zu widersprechen. Und so spazierten sie nun dahin. Die Sänftenträger schwitzten unter der Last Mayta Capacs und seines goldenen Schmucks, und der Rest der Truppe schwitzte, weil die Sonne unbarmherzig vom Himmel brannte.

Dann kam der Moment, in dem sie ein Tal erreichten, durch das ein rauschender, kristallklarer Fluss floss. Jatun Ñawi hielt mit dem Knotenknüpfen inne und rieb sich die Augen, so unglaublich kam ihm vor, was er gerade sah. Die Landschaft, die sich vor seinen Augen ausbreitete, war die schönste, die er je in seinem Leben gesehen hatte. Der Himmel über ihnen schien noch blauer als anderswo zu sein, und am Horizont sah er drei majestätische Berge, wahrscheinlich Vulkane, deren schneebedeckte Gipfel im Sonnenlicht glitzerte.

Jatun Ñawi fühlte sich überwältigt von der Schönheit des Ortes, und er hörte, wie der Rest der Abordnung hinter ihm zu tuscheln begann: Es ging ihnen allen genauso.

Was meint Ihr, was der zutiefst beeindruckte Jatun Ñawi nun tat? Schickt mir Eure Vorschläge an cultmatz(at)multicult20.de, und morgen erfahrt Ihr, wie es weitergeht ...

 

Dienstag, 2.3. - Ein Zimmer voll Gold

Hallo meine Lieben,

und schon geht es weiter mit der Geschichte.

Atawallpa ließ also nach Francisco Pizarro schicken, und als dieser vor ihm stand, stand der Inka auf, hob den rechten Arm und zog eine Linie über die Wand, an der sie standen - eine Linie direkt über ihren Köpfen.

"Siehst du diese Linie?", fragte Atawallpa, und vielleicht musste Francisco Pizarro lächeln, schließlich hatte er vor nicht allzulanger Zeit selbst eine Linie gezogen, allerdings im Sand - Ihr erinnert Euch.

"Wenn du mir die Freiheit gibst", fuhr Atawallpa fort, "gebe ich dir mein Wort, dass ich das Zimmer bis zu dieser Linie mit Gold und Silber füllen lasse."

Da leuchteten Francisco Pizarros Augen nicht schlecht! Ein ganzes Zimmer voller Gold - stellt Euch das einmal vor!

"Also gut, abgemacht!", sagte er und ließ Atawallpa in ein anderes Zimmer bringen. Und er erlaubte dem Inka, seinen Boten Bescheid zu sagen, die den Befehl alsbald in alle Winkel des Inkareiches überbrachten. Alles Gold und alles Silber sollten umgehend nach Cajamarca gebracht und in das Zimmer geworfen werden.

Denn Atawallpa hatte bemerkt, wie gebannt die Spanier auf seinen goldenen Schmuck gestarrt hatten. Und er musste innerlich lachen, weil ihnen das Gold so wichtig war. Die Inka benutzten zwar viel Gold, weil es die Farbe der Sonne hatte, und wir wissen ja schon, dass sie an Inti, den mächtigen Sonnengott glaubten. Aber obwohl sie das Gold wegen seiner Farbe mochten, hatte es für sie keinen weiteren Wert. Man hätte sich im Inkareich rein gar nichts für ein Stück Gold kaufen können.

Deshalb machte es den Inka auch nicht so viel aus, das Gold als Lösegeld für ihren Herrscher zu schaffen.

Atawallpas Frauen brachten goldene Armreifen, Halsketten und Ringe.

Seine Kinder brachten Spielzeug aus Gold: Figuren von Lamas und Vögeln, kleinen Menschen und Häusern.

Die Priester brachten alles Gold aus den Tempeln: goldene Sonnenscheiben und goldene Gefäße. Stück um Stück füllte sich das Zimmer mit dem feinsten Schmuck und den besten Arbeiten, die man je gesehen hatte. Und Atawallpa war sehr froh, denn er wusste, dass er bald freigelassen werden musste. Und auch die Spanier waren sehr froh, denn sie würden nun alle reich sein, so wie Francisco Pizarro es ihnen versprochen hatte.

Somit könnte diese Geschichte eigentlich sehr gut enden - mit zufriedenen Inka und zufriedenen Spaniern.

Leider endet sie nicht so, denn das hatte ich Euch ja schon angekündigt. Denn beim Anblick des vielen Goldes wurden die Spanier noch gieriger und wollten noch mehr. Und sie dachten nicht daran, ihr Versprechen zu halten.

Nein: Als das Zimmer bis zum Bersten mit Gold und Silber gefüllt war und Atawallpa seine Freiheit forderte, lachten sie ihn aus.

"Nein, du bleibst unser Gefangener!", sagte Francisco Pizarro. "Und wir werden dein Reich erobern und an deiner Stelle herrschen."

Und er befahl seinen Männern, alles Gold einzuschmelzen zu handlichen Barren, denn so konnten sie es besser auf ihre Schiffe laden und nach Spanien bringen lassen.

Und es geschah, wie Francisco Pizarro es gesagt hatte: Nach und nach eroberten die Spanier das gesamte Inkareich und herrschten dort fortan. Jahrhunderte lang war Perú eine Kolonie von Spanien, und die Inka und ihre Nachkommen mussten hohe Tribute zahlen.

Schließlich aber wurde Perú von Spanien unabhängig und ein eigenes Land und musste keinen Tribut mehr bezahlen.

Noch heute leben hier die Nachkommen der Spanier und der Inka, und mittlerweile hat sich alles vermischt. So haben die meisten Peruaner spanische Vorfahren und auch Inkavorfahren. Und die offizielle Sprache hier ist Spanisch, aber auch noch immer Quechua, die Sprache der Inka.

Die Geschichte von Francisco Pizarro und Atawallpa ist viele, viele Jahrhunderte her, aber noch immer erinnern sich alle an sie. Und in Cajamarca, der Stadt, in der sie sich zugetragen hat, könnt Ihr heute noch immer das Zimmer besichtigen, in dem die unermesslichen Reichtümer des Inkareichs aufgetürmt wurden.

Nun haben wir fast eine Woche Geschichten aus der fernen Vergangenheit gehört ... Das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Denn auch aus dem Perú von heute gibt es viel zu berichten!

 

 

Montag, 1.3. - Atawallpa und Pizarro

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe doch sehr, ihr hattet ein angenehmes Wochenende. Meines war jedenfalls großartig und meine Erkältung ist schon wie weggeblasen - juhu! Aber natürlich muss ich trotzdem brav meine Zeit hier ableisten, wie es mir der Tierarzt verschrieben hat.

Die Geschichte, die ich Euch heute erzählen werde, ist ein wenig trauriger als die anderen.

hr erinnert Euch: Atawallpa, der Inkaherrscher, erfuhr von der Ankunft der Spanier. Und weil ihn das neugierig machte, lud er sie kurzerhand nach Cajamarca ein, eine Stadt im Norden von Perú, wo er es sich in den warmen, sprudelnden Thermalquellen gut gehen ließ.

Francisco Pizarro und seine Männer nahmen die Einladung dankbar an. Allerdings müsst Ihr dazu wissen, dass sie ja auf der Suche nach Gold und unermesslichem Reichtum nach Perú gekommen waren.

Atawallpa und Francisco Pizarro trafen sich auf dem Hauptplatz von Cajamarca. Der Inka saß auf seiner prächtigen Sänfte und wurde von seinem gesamten Hofstaat begleitet, und Pizarro kam auf seinem Pferd geritten, in Begleitung seiner Männer und eines spanischen Priesters mit einer großen Bibel unter dem Arm.

Die Inka tuschelten untereinander, denn Pferde gab es in Perú keine. Und auch die Spanier tuschelten, denn Atawallpa und sein Gefolge waren so prächtig geschmückt, dass sie es kaum glauben konnte.

Zuerst tauschten Francisco Pizarro und Atawallpa viele Artigkeiten aus. Pizarro redete über den spanischen König auf der anderen Seite des Ozeans, der Atawallpa ziemlich egal war, aber aus Höflichkeit ließ er sich nichts anmerken.

Dann aber kam der Priester auf ihn zu und reichte ihm die Bibel. Aber im Reich der Inka gab es auch keine Bücher, so wie bei uns. Atawallpa nahm das Buch also in die Hand und fragte: "Was ist das?"

Der Priester sagte: "Dieses Buch spricht von unserem Gott."

Das machte Atawallpa neugierig. Er hielt sich das Buch an die Ohren, um zu hören, wie es sprach. Er hatte ja noch nie im Leben eines gesehen. Aber natürlich hörte er nichts außer dem Rascheln der Blätter.

"Das ist ein dummes Buch", rief er enttäuscht, "es redet nicht mit mir!" Und er warf die Bibel zu Boden.

"Unglaublich!", rief der Priester. Denn: Eine Bibel auf den Boden werfen, das hätte sich kein Spanier getraut. Das war schließlich ihr heiliges Buch und gehörte mit Samthandschuhen angefasst.

Und weil die Spanier fanden, Atawallpa hätte sie damit tödlich beleidigt, zogen sie ihre Waffen und nahmen den Inkaherrscher gefangen, noch ehe der wusste, wie ihm geschah. Atawallpas Gefolge war wie vom Donner gerührt und konnte nicht glauben, was da passierte! Und so konnten die Spanier ihren Gefangenen ohne Weiteres in ein Zimmer in Cajamarca bringen.

Atawallpa saß dort in Ketten auf dem Boden und überlegte, wie er sich aus seiner misslichen Lage befreien konnte. Schließlich hatte er eine gute Idee und schöpfte wieder neuen Mut.

"Sagt Eurem Anführer, dass ich ihn sprechen will"?, sagte er zu einem spanischen Soldaten.

Was hatte Atawallpa wohl für eine Idee?
Eure Vorschläge könnt Ihr wie immer an cultmatz(at)multicult20.de schicken. Und morgen erzähle ich Euch, was weiter in Cajamarca geschah!

 

Freitag, 26.2.: Francisco Pizarro

Die bärtigen Männer an Perús Küste waren Spanier, und ihr Anführer war Francisco Pizarro.
Mit diesem Francisco Pizarro verhielt es sich folgendermaßen. Er war in Spanien in einer sehr armen Familie geboren worden. Sein Vater war ein Schweinehirt, und so musste auch der kleine Francisco beim Schweinehüten helfen.

Eines Tages verschwand ein Schwein. Es war das Lieblingsschwein seines Vaters, das größte und fetteste, das sie hatten. Francisco dachte voller Angst an die Schläge, die es zu Hause setzen würde, als Strafe für seine Unachtsamkeit. Und er beschloss, dass er das nicht wollte. So ließ er die Schweine Schweine sein und stahl sich am helllichten Tage davon, und seine Familie erfuhr erst viele Jahre später, was aus ihm geworden war.

Francisco Pizarro erlebte wahrscheinlich viele Abenteuer auf seinem Weg. Er hatte es sich nämlich in den Kopf gesetzt, in die Neue Welt zu segeln. So nannte man in Spanien den Kontinent Amerika, den man erst seit einigen Jahrzehnten kannte. Nach vielen Irrwegen kam Francisco Pizarro dort auch an. Damals lebten die Spanier vor allem auf den Inseln vor der Küste Mexikos, das sie gerade erst erforschten. Francisco Pizarro wurde schließlich Bürgermeister in der Stadt Panamá, im heutigen Panamá, und hätte sehr zufrieden sein können. Aber das war er nicht, denn es kamen immer wieder Nachrichten und Gerüchte aus dem Süden, dass sich dort ein gewaltiges Reich befinde, das Birú oder Perú heiße, und wo es Gold in Hülle und Fülle gebe.

Dazu müsst Ihr wissen, dass die Spanier gerade erst so ein Reich erobert hatten, nämlich Mexiko, wo damals das Volk der Azteken lebte. Francisco Pizarro hatte also allen Grund, an die Geschichten vom Goldland Perú zu glauben. Und schließlich erlangte er die Erlaubnis des spanischen Königs, mit einer Handvoll Getreuen nach Süden zu segeln und sein Glück zu versuchen.

Es war eine sehr, sehr harte Reise, und als sie schließlich an die Küste von Perú kamen und auf dem staubigen Boden der Küstenwüste standen, waren viele Männer unzufrieden.
"Wohin hast du uns nur geführt, Francisco?", schimpften sie. "Schon viele Jahre lassen wir uns auf solche Abenteuerfahrten ein, und nie hat es uns etwas gebracht. Vielleicht sollten wir besser nach Hause fahren."

Da wurde Francisco Pizarro wütend. Er zog sein Schwert, aber denkt ja nicht, dass er damit seine Männer versohlen wollte.
Nein.

Er malte eine Linie in den Sand und sagte dann zu seinen Männern:

"So, wollen wir doch mal sehen. Seht ihr diese Linie? Auf dieser Seite geht es nach Panama, wo ihr alle arm sein werdet. Auf der anderen Seite aber geht es nach Perú, wo wir alle reich sein werden. Jetzt wählt selbst."

Er machte einen Schritt über die Linie, verschränkte die Arme und wartete.

Dreizehn Männer entschlossen sich, den Schritt über die Linie zu machen und Pizarro ins Ungewisse zu folgen.

Es ist allerdings nicht ganz richtig, dass diese dreizehn alleine weiterzogen. Ihnen wurde schließlich noch Verstärkung geschickt, und am Ende machten sie sich auf ins Landesinnere, wo Atawallpa in der Zwischenzeit seinen Bruder Waskar besiegt hatte. Als er hörte, dass Fremde nach Perú gekommen waren, wurde er neugierig.

Was geschah wohl, als Atawallpa und Pizarro sich gegenüber standen? Das erzähle ich Euch am Montag. Bis dahin wünsche ich Euch ein angenehmes Wochenende!

 

Donnerstag, 25.02.: Atawallpa und Waskar

Das Reich der Inka war sehr, sehr groß geworden. Die Nachkommen von Manco Capac erzählten noch immer die Geschichte von dem goldenen Stab und waren sehr stolz darauf, Kinder der Sonne zu sein.

Es war nun so, dass der regierende Inka, Huayna Capac, seine Zeit kommen fühlte. Das fand er nicht weiter schlimm. Er stellte sich vor, dass er vor seinen himmlischen Vater Inti treten und von ihm für seine Herrschaft belohnt werden würde. Nein, was Huayna Capac Sorgen machte, war sein Nachfolger!

Eigentlich musste er die Krone nämlich seinem Sohn Waskar übergeben. Aber er hatte auch noch einen anderen Sohn, nämlich Atawallpa, allerdings mit einer anderen Frau, und Atawallpa war nun mal sein Lieblingssohn. Wäre es nicht ein Jammer, wenn der arme Junge leer ausginge?

Huayna Capac grübelte hin und her, bis ihm schließlich ein Licht aufging: Er würde sein Reich einfach teilen! Den Norden sollte Atawallpa bekommen und den Süden Waskar. So hätte jeder etwas und alle wären zufrieden.

Begeistert von seiner Genialität verkündete Huayna Capac allen seinen letzten Willen und konnte endlich beruhigt sterben.

"Ja, das hast du gut gemacht", sagte Inti, als der Inka sich im Himmel vor ihm verneigte, klopfte ihm auf die Schulter und reichte ihm einen Becher mit Chicha, einer Art Maisbier. Aber als sie sich setzten, um von ihrem Wolkenthron aus zu beobachten, was unten auf der Erde weiter geschah, raufte sich Huayna Capac verzweifelt die Haare.

Denn Waskar und Atawallpa dachten schlichtweg nicht daran, sich zu vertragen und friedlich in ihren jeweiligen Hälften zu regieren. Waskar wollte am liebsten das ganze Inkareich beherrschen, und als Atawallpa genauer darüber nachdachte, fand er, dass er das eigentlich auch wollte. Also begannen sie zu streiten, und wenn mächtige Männer streiten, dann tun sie das mit großen Armeen und vielen Soldaten und richten ein unheimliches Chaos an.

"Unglaublich, diese Rotzlöffel!", rief Inti aus und schlug mit der Faust auf seine Wolkenlehne. Gut, dass ihn auf der Erde niemand hörte - alle waren viel zu beschäftigt mit Kämpfen und Streiten!

Und so bemerkte auch zunächst niemand, weder Atawallpa noch Waskar und schon gar nicht die erbittert kämpfenden Soldaten, dass an der Küste von Perú Schiffe angekommen waren, und dass eine Gruppe von bärtigen Männern an Land ging und sich neugierig umsah.

Aber was es mit diesen Männern auf sich hatte, das lest Ihr morgen. Oder habt Ihr schon eine Idee? Dann schreibt mir am besten an cultmatz(at)multicult20.de!

 

 

Mittwoch, 24.02.: Die Legende der Inka

Hallo meine Lieben!

Gestern habe ich Euch ausführlich beschrieben, welche Landschaftsformen Perú hat. Jetzt wisst Ihr auch, dass Perú viel größer als Deutschland ist, aber viel weniger Einwohner hat.

Heute wird es aber, wie versprochen, etwas dramatischer. Denn heute möchte ich Euch von den Menschen in Perú und ihrer Geschichte erzählen.

Lange, bevor Kolumbus übers Meer segelte und man in Europa herausfand, dass es den Kontinent Amerika gibt, lebten in Perú viele verschiedene Völker. Sie bauten Tempel, brannten Keramik und viele von ihnen waren Meister in der Kunst des Gold- und Silberschmiedens. Aber ein Volk machte sich einen ganz besonderen Namen, und das waren die Inka.

Hoch oben auf der Puna, dort, wo heute die Grenze zwischen Perú und Bolivien verläuft, liegt der Titicacasee. Er ist unglaublich groß, sein Wasser ist eisig kalt, und sein Blau ist blauer als das aller anderen Seen dieser Welt. Auf dem Titicacasee gibt es eine Insel, die Insel der Sonne genannt wird. Auf dieser Insel, so erzählt man sich, wurde vor langer, langer Zeit ein Menschenpaar geboren. Der Mann trug den Namen Manco Capac, und die Frau nannte man Mama Ocllo.

Aber die beiden wurden natürlich nicht auf gewöhnliche Art und Weise geboren. Sie waren nämlich nichts geringeres als die Kinder des Sonnengotts, der in der Sprache der Inka den Namen Inti hat.

Inti schickte seine beiden Kinder zur Erde. Wie das genau vonstatten ging, darüber streiten die Chronisten. Manche sagen auch, die beiden wären aus den Wellen des Titicacasees geboren worden. Aber ich hoffe, dass das nicht so wahr, denn dann hätten Manco Capac und Mama Ocllo ihr Dasein auf dieser Welt patschnass und verfroren begonnen, und nun stellt Euch mal den Sohn eines Sonnengottes mit Schnupfen vor. Nein, nein, Inti musste es anders angestellt haben. Ich stelle mir vor, dass er seine Strahlen auf die Insel fallen ließ und seine beiden Kinder daran herunterrutschten wie an goldenen Stäben. Sie lachten, als sie unten ankamen, auf die Erde purzelten und sich aufrappelten.

Mama Ocllo warf einen Blick auf ihr Spiegelbild im Wasser und ordnete ihr vom Rutschwind zerzaustes Haar. Manco Capac zupfte sein Gewand zurecht und schaute sich unsicher um, denn die Strahlen von Inti waren verschwunden. Nur ein kleiner goldener Stab lag noch auf dem Boden.

"So, Kinder!", sagte Inti vom Himmel. "Ich habe mir das folgendermaßen gedacht: Ihr geht jetzt los und dort, wo der Stab in der Erde verschwindet, gründet ihr die Hauptstadt eines gigantischen Reiches."

"Nichts leichter als das!", sagte Manco Capac, der immer sehr optimistisch war, und nahm Mama Ocllo bei der Hand.

Sie verbrachten den Rest des Tages damit, ein Boot zu finden, das sie ans Festland brachte. Dann marschierten sie los. Von Zeit zu Zeit warfen sie den Stab auf die Erde, aber nichts geschah.

Schließlich kamen sie an einen Ort, weit weg vom See und hoch in den Anden, und als Manco Capac den Stab diesmal zu Boden warf, verschwand er vollständig in der Erde.

"Ja, genau so habe ich mir das vorgestellt!", sagte Inti zufrieden und lehnte sich in seinem Wolkenlehnstuhl zurück.

Manco Capac und Mama Ocllo hatten nicht viel Erfahrung darin, die Hauptstädte von gigantischen Reichen zu gründen, und ich weiß auch nicht genau, wie man das macht. Aber auf jeden Fall haben sie es geschafft: Denn da, wo der Stab in der Erde versank, gründeten sie die Stadt Cusco, die später das Zentrum des großen Inkareichs wurde. Das Wort "Cusco" stammt aus dem Quechua, das ist die Sprache, die die Inka sprachen, und es bedeutet so viel wie "Nabel der Welt".

Inti hatte also allen Grund, mit seinen Kindern zufrieden zu sein. Aber es gab etwas, das er nicht einkalkuliert hatte, und davon erzähle ich Euch morgen.

 

 

Dienstag, 23.02.: So ist Perú

Hallo ihr Lieben!

Moment, ich muss mir noch den Schnabel abwischen. Ich habe nämlich gerade ein großes Glas mit Mangosaft und Milch getrunken. Das war vielleicht lecker!

Heute wollte ich Euch ein bisschen mehr über Perú erzählen, damit Ihr Euch ein Bild davon machen könnt, wo ich hier gelandet bin. Also erst einmal: Perú liegt in Südamerika und zwar genau hier:

Perú ist unglaublich groß - dreimal so groß wie Deutschland. Und weil es so groß ist, gibt es hier unglaublich viele verschiedene Landschaften und Klimaformen.

Grob gesagt kann man Perú in drei große Landschaften einteilen.

Die erste ist die Küste. Genauer gesagt ist das die Pazifikküste, denn Perú liegt am Pazifischen Ozean. Lustig ist ja, dass "pazifisch" eigentlich "friedlich" bedeutet, aber dieser Ozean ist alles andere als friedlich! Es gibt hier hohe Wellen und sehr heftige Strömung, da möchte ich kein Wasservogel sein!

An der Küste gibt es natürlich Strände. Aber nicht nur das. Die Küstenregion von Perú ist eine gewaltige Wüste. Natürlich nicht so glühend heiß wie die Sahara, aber es regnet in dieser Region wirklich sehr selten. Das hat mit den Meeresströmungen vor Perús Küste zu tun: Weil die Humboldströmung vom Südpol kommt und sehr kalt ist, kühlt sich das Wasser ab (deswegen ist ein Bad im Pazifik ohnehin sehr unangenehm!), und damit auch die Luft, und deswegen ... Hm ... Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich das selber nicht: Weil das Wasser kalt ist und die Luft auch, komme die Regenwolken nicht bis an die Küste. So steht es überall. Aber kann mir das jemand genauer erklären? Dann schickt mir einfach eine E-Mail!

Jedenfalls ist die Küstenregion nur ein sehr kleiner Teil der gesamten peruanischen Fläche. Danach kommen die Anden, von denen ich Euch ja gestern erzählt habe. Hier ist es also bergig, und die höchsten Gipfel sind schneebedeckt. Im Süden von Perú gibt es eine gewaltige Hochebene. Sie liegt auf gut viertausend Metern Höhe und heißt Puna oder Altiplano.

Oben in den Anden kann es tagsüber, wenn die Sonne scheint, sehr warm sein. Aber nachts ist es sehr, sehr kalt!

Und die dritte große Region Perús ist das Amazonasgebiet, der Regenwald. Der Amazonas ist einer der längsten Flüsse der Welt und ich glaube, er ist sogar der wasserreichste. An manchen Stellen ist er so breit, dass man kaum das andere Ufer sehen kann. Er fließt von Perú quer über den ganzen Kontinent und mündet in Brasilien in den Atlantik. Schaut:

Das Regenwaldgebiet ist schwer zugänglich. Obwohl es zwei Drittel der Landesfläche einnimmt, leben hier nur etwa elf Prozent aller Peruaner. Straßen gibt es hier kaum, und viele Orte können nur mit dem Flugzeug oder dem Schiff erreicht warden! Dafür hat der Regenwald eine große Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Insekten und anderen Tieren.

Jetzt noch ein Bild, damit Ihr Euch die Regionen Perús besser vorstellen könnt:

Zum Abschluss muss ich Euch noch erzählen, dass die meisten Peruaner in den Städten an der Küste leben. Auch Perús Hauptstadt liegt an der Küste. Sie heißt Lima und hier leben über acht Millionen Menschen.

Ich hoffe, Ihr fandet diese kleine Geografiestunde nicht zu langweilig! Morgen wird es spannender, denn dann habe ich Euch ein paar sehr aufregende Geschichten zu erzählen.

 

Montag, 22.02.: Willkommen!

Hatschi!
Oh, Entschuldigung ? das macht man natürlich nicht. Ich wollte ja eigentlich sagen: Hallo Kinder, hallo alle anderen, die jetzt vor dem Bildschirm sitzen und sich fragen: Was ist mit Multipieps Cultmatz passiert?

Also, ich beginne ganz von vorne. Erst einmal habe ich mir diese schreckliche Erkältung eingefangen und war stockheiser. Das habt ihr ja bestimmt bei den letzten Geschichten gehört. Außerdem musste ich ständig niesen, mein Schnabel lief und mein Kopf brummte auch.

Mir war so elend zumute, dass die Leute vom Cultmatz-Team mich in ein kleines Körbchen gesteckt haben und mit mir zum Tierarzt gegangen sind. Ich muss sagen, ich hatte ganz schön Angst von dem. Er hat mir ein Stäbchen in den Schnabel geschoben und mir in den Hals geguckt, hat mir ein Fieberthermometer unter den linken Flügel gesteckt und mir viele Fragen gestellt. Schließlich wurde er sehr ernst und erklärte: "Lieber Multipieps Cultmatz, damit du schnell wieder gesund wirst, brauchst du Erholung, Luftveränderung und ganz frische Geschichten. Und deine Stimme schonst du auch."

Und so hat er mir fünf Wochen Perú verschrieben.
Das Wundervolle an Perú ist, dass dort jetzt Sommer ist!

Perú liegt nämlich auf der Südhalbkugel der Erde, unterhalb des Äquators. Und dort unten ist Sommer, wenn bei uns Winter ist, und es ist Winter, wenn bei uns Sommer ist. Deswegen ist es hier jetzt herrlich warm und die Höhenluft der Anden tut mir auch gut. Die Anden sind das längste Gebirge der Welt mit einigen ziemlich hohen Gipfeln - mehr als sechstausend Meter hoch, stellt Euch das mal vor!

Natürlich kann es nicht fünf Wochen lang keinen Cultmatz auf multicult mehr geben. Aber ganz kann ich meinen Schnabel auch nicht halten, wo ich hier doch so viel spannende Sachen sehe!

Deshalb habe ich beschlossen, dass ich für Euch einen Blog schreibe. Jeden Tag werde ich Euch darin von meinen Erlebnissen hier in Perú berichten und am Ende werden wir alle ganz schön viel über ein spannendes Land gelernt haben! Was meint Ihr?

Ach ja: Das war eine ganz ernst gemeinte Frage. Eure Meinung ist mir wirklich wichtig und deswegen habe ich auch eine E-Mailadresse. Sie lautet: cultmatz(at)multicult20.de und wenn Ihr mir schreibt, freue ich mich darüber sehr! Natürlich schreibe ich auch jedem zurück - ist doch Ehrensache!

So - vom vielen Hüpfen auf der Computertastatur tun mir meine Krallen weh. Deshalb werde ich mich jetzt ausruhen und schreibe Euch morgen mehr. Dann werde ich Euch ein bisschen mehr über Perú erzählen.

 

                               Multipieps Cultmatz

Viernes, 2 de abril - La despedida

Hola chicos y chicas,

ya llegó la hora. Me instalaré en mi nido de viajes, me enrollaré y dormiré profundamente hasta llegar a Berlín.

Y lo probable es que ahí seguiré durmiendo por el cambio de hora.

Parece que he obtenido buenos músculos en mis patitas, de tanto saltar en el teclado. Y francamente, a veces también macurca. Pero me gustó y espero que a ustedes también. Juntos descubrimos muchas cosas interesantes sobre el Perú y quizás se animan a conocer más de este país. Pueden pedir a sus padres que les compren un libro sobre el Perú, ¿o de repente incluso lo hacen ustedes mismo con sus ahorros?

Pueden también ver un documental en televisión, o ponen atención al escuchar multicult; aquí también hay música peruana de vez en cuando. Y a las 7 pm podrán escuchar una que otra historia del Perú.

Yo espero que mi blogcito les haya gustado y que sigan escuchándome. Mis vacaciones en el Perú al fin y al cabo tuvieron su efecto, estoy sanito y relajado y me alegro porque voy a pasar un buen tiempo con ustedes allá!

Con mucho cariño:

Multipieps Cultmatz

 

 

Jueves, 1 de abril - La cosa se pone seria

Hola queridos,

increíble pero cierto: Durante seis semanas les presenté este blog, y hay aún tantas cosas que no les he podido contar.

De las ruinas de Machu Picchu, del lago Titicaca con sus aguas heladas y sus islas flotantes, de los palacios de adobe en el norte, la selva, el idioma quechua, la música que se escucha aquí, etcétera, etcétera ...

¡El tiempo simplemente no me alcanzó!

Y hay tantas historias que me quedan por contar. Pero de repente no las van a leer aquí en el blog, sino escuchar a las 7 pm en mi programa - como siempre en diferentes idiomas. Se tratará del cóndor y del zorro, del maíz sagrado y hombres danzantes en faldas ... ¿Se han puesto curiosos? Pues séanme fieles. Yo mañana me subiré a mi avión y me regreso a Alemania. Aunque ya me alegro por ver a todos ustedes, también me da miedo el dolor de despedida, ¡pues me ha gustado tanto aquí en el Perú!

Mañana viernes habrá la última entrada en este blog ... ¡Ay, qué rápido se ha pasado el tiempo!

 

 

 

 
 

Miércoles, 31 de marzo - Así se viaja en el Perú

¡Hola!

Hoy les tengo que contar sobre el transporte en el Perú. Es que aquí no hay ni metro ni tranvía.

En cambio, en las calles ustedes verán a muchos taxis. Ir en taxi es muy barato aquí. Para un euro pueden atravesar toda la ciudad ? Lo especial es que los taxistas no tienen taxímetro, que al conducir determine el precio final. No: Aquí se le pregunta antes al chofer cuánto va a cobrar. Y normalmente se le puede rebajar un poco.

Aún más baratas que los taxis son las combis. Son pequeños buses que pasan por rutas fijas. Como todo aquí en Perú es un poco más caótico que en Alemania, a una combi la puedes parar en casi cualquier lugar con una seña de la mano, y también puedes bajar donde sea. Sólo hay que avisarle al conductor y la combi para.

No hay tiquets. El pasaje se paga en efectivo. Y como el chofer no puede encargarse de esto, tiene a su cobrador. El cobrador también abre y cierra la puerta de la combi y ayuda a subir y bajar a ancianos y niños, y saca la cabeza por la ventana gritando a los cuatro vientos por donde va a ir la combi. Esto es muy práctico. Por desgracia, las combis son pequeñas y muchas veces van repletas de gente, así que con frecuencia hay que viajar parados. (Yo siempre me instalo en las varas de soporte, pero los seres humanos no pueden.)

Para ir de una ciudad a otra, hay que ir en bus. Hay muchas empresas de bus en Perú. Algunos cobran muy poco para sus pasajes, pero también son viejos y sucios, y por desgracia también siempre hay accidentes por la imprudencia de los choferes.

Pero también hay buenas empresas, cuyos pasajes cuestan un poco más caros, pero las empresas son más seguras y cómodas.

Casi no hay trenes en el Perú, y los que hay, los usan más que nada los turistas. E ir en avión es muy rápido, pero para la mayoría de los peruanos cuesta demasiado caro. Por esto, prefieren ir en bus. Normalmente, un viaje en bus es a la vez una visita móvil al cinema, porque siempre ponen una película. Ya les comenté de la piratería de películas; así que es posible que en su viaje vean el último éxito de taquilla. Por desgracia, no se sirve popcorn ...

 

 
 

Martes, 30 de marzo - ¡Fruta! ¡Fruta!

Hola chicos y chicas,

lo que más extrañaré del Perú no serán sus gaseosas, sino más bien la fruta fresca. Incluso hay muchas cosas que no se conocen en Alemania.

Por ejemplo, la lúcuma. En alemán a veces se le dice la fruta de huevo. De ella se elaboran riquísimos yogurts y helados. El sabor es difícil de describir, la lúcuma es agradablemente dulce y cremosa, hmmm ?. Algo les puedo asegurar: Quién la probó una vez, siempre querrá volver a hacerlo.

Típico de aquí es también la chirimoya. Es aovada y verde y su pulpa es blanca, blanda, dulce y jugosa, con unas pepas negras y lustrosos. La chirimoya se parte en dos y su pulpa se come con la cuchara - ¡pero las pepas se escupen!

Muy rica es también la granadilla. Su forma hace pensar en una cebolla, pero su color más bien en una naranja. Su cáscara se abre con una cuchara, y adentro se encuentran sus pepas y semillas en un jugo dulce. Esto sí que se come todito.

Y hay mucha fruta que también conocemos en Alemania, pero que aquí es mucho más rica: mangos, plátanos, piñas, fresas ...

¿Saben qué? Me dio hambre y voy a comer una ensalada de fruta.

 

 

 

Lunes, 29 de marzo - ¡La vida es limonada!

Hola chicos y chicas,

ya llegó mi última semana en el Perú, y bueno, hoy otra vez les hablaré de algo malsano, antes de referirme mañana a las ricas frutas del Perú.

Es netamente increíble cuántos tipos de gaseosas hay aquí.

Tal como en todo el mundo hay coca cola, fanta y sprite.

Pero aparte de esto, a todos los peruanos les gusta Inca Kola. Inca Kola no tiene el mismo aspecto que la coca cola, sino que es toda amarilla. Y su sabor también es bien distinto. Antes, los peruanos tomaban más Inca Kola que coca cola, y por esto se amargaron los dueños de coca cola y simplemente compraron la empresa Inca Kola. Pero claro que sigue llamándose Inca Kola.

También hay muchas otras bebidas en el Perú con el nombre de »Kola«. Por ejemplo, Kola Real. La Kola Real es de Ayacucho en la Sierra Central. Cuando en los años ochenta había el problema del terrorismo, ni Ayacucho ni los pueblitos alrededor podían ser proveídos con coca cola, pues ningún camión se atrevió a entrar a la zona. Así que una familia decidió elaborar gaseosa en su propia casa. La embotellaron ellos mismos y diseñaron las etiquetas - esta era la Kola Real.

Hoy en día es una empresa grande. La bebida existe en muchos colores y sabores. En negro, casi tiene el sabor de la Coca Cola, solo que menos dulce. Pero también se puede probar sabor de piña, naranja o fresa.

En Arequipa también se toma la Kola Escocesa. Esta es de un rojo oscuro y tiene sabor a cereza.

Vaya, que a mí me ha dado sed ...

 

 

 
 

Viernes, 26 de marzo: Canchita, chifle y camote

Hola chicos y chicas,

se va acercando el fin de semana, así que pienso que ya es hora de hablar sobre los pequeños placeres de la vida. Me estoy refiriendo a pequeñas cositas ricas que se pueden comer en todo momento y lugar.

Ya les conté de la canchita, maíz tostado y salado.

Igualmente de rico son chifles. ¿Ustedes conocen las papas fritas? Chifles son lo mismo, pero se hacen de plátanos. ¡Qué rico!

Y también los hay de camote, osea, elaborados con papa dulce. Si yo tuviera que escoger entre chifles y camote, yo como - ¡ambos!

También muy rico es el maní confitado. Seguro que alguna vez comieron almendras confitadas, en la kermés o el mercado de Navidad. Maní confitado es lo mismo, solo que con maní. Lo venden aquí en la calle, pero también en el cine.

En el cine también hay popcorn, pero ¡cuidado! A diferencia de Alemania, el popcorn en Perú es salado. Lo que puede ser una sorpresa bastante desagradable cuando uno espera popcorn dulce.

Bueno - en el fondo les quería hablar de comida sana, de frutas y jugos, pero parece que se me fue la lengua - ¿No se lo dirán a nadie, verdad?

 

 
 

Jueves, 25 de marzo - Queso Helado

Hola queridos,

ayer y anteayer hemos comido ricos, así que ya es hora para el postre.

Aquí en Arequipa vi varias veces un letrero diciendo »Queso Helado«.

Y esto me parecía más asqueroso que la idea de pescado crudo. Estaba muy asombrado. ¿En verdad los arequipeños comerían queso helado? ¿Lo pondrían a la nevera con palitos? ¿O sería más bien queso fresco, que se comería con crema de leche y parmesano?

¡Mi fantasía se volvió loca!

Pero al final pude revelar el secreto. El queso helado no tiene nada que ver con queso ? o muy poco. Es simplemente un helado a base de leche que se sirve con canela, así:

 

 

 

 

Para ser más exactos, el queso helado se elabora con leche fresca y condensada, con coco, canela y clavo. Aquí en Arequipa lo hay por todas partes ? bueno, casi en todas. Muchas veces se guarda en una paila de metal que está dentro de un pequeño barril de madera. En el barril hay hielo que mantiene frío al queso helado en la paila.

Cuando hace mucho calor, no hay nada mejor que un queso helado.
O bien, sí hay, y obvio: ¡Dos quesos helados!

 

Miércoles, 24 de marzo - Ceviche

Hola queridos,

hoy seguimos con otro plato típico del Perú, quizás el más típico: ¡el ceviche!

Lo que les diré sobre el ceviche, les parecerá de repente un poco asqueroso: El ceviche se elabora con pescado crudo.

El pescado viene picado en cubitos y se le agrega jugo de limón, cebolla rojo, sal, ají, cilantro y a veces apio. El pescado se escabecha en el limón.

Al juntarse todos los ingredientes, el jugo adquiere un sabor muy especial, agrio y picante. Por su aspecto de leche,  lo llaman la leche de tigre. Y los peruanos dicen: »Ceviche que no pica, no es ceviche.«

¡El ceviche es riquísimo! Y contra el picante se come canchita, maís tostado y salado, mucho más rico que cualquier popcorn. O se come con camote, la papa dulce, que también calma mucho cuando quema en el pico.

El ceviche es peruano pero ya se puede comer en muchos otros países, y con muchos diferentes ingredientes. ¡Aquí en Arequipa, claro que le ponen rocoto picadito al ceviche!

Si tienen ganas, pueden prepararlo con sus padres - ¿qué dicen? Y me avisan si les ha gustado ...

 

 

 

 

Martes, 23 de marzo - Rocoto Relleno

Hola queridos,

hm, se me hace agua el pico al solo pensarlo ...

Cada arequipeño sabe, por supuesto, cuál es el plato más conocido de Arequipa: ¡Rocoto Relleno!

¿Y qué es esto?

El rocoto es una fruta de la familia de la páprika. Pero la razón por la que se le quiere tanto en Arequipa y otros lugares es que tenga muchas pepitas que son muy picantes. Al preparar el rocoto relleno, hay que lavarlo bien y sacarle las pepitas - aún así sigue siendo suficientemente picante.

Yo lo comí este fin de semana por primera vez. Estaba relleno con carne, cebollas, aceitunas, huevos y pasas. ¡Lo máximo! Pero después de unos cuantos bocados me puse rojo, y me lancé bocabajo en la gran jarra de chicha en la mesa, para calmar la acritud con chicha helada ? Por desgracia, se me ocurrió, ya metido en la jarra, que yo no sé nadar.

Bueno, el mozo amable me agarró de las plumas de mi colita y me sacó de la jarra. Me puso en una mesa en el sol, para que secara, y me explicó que el rocoto relleno lo hay que comer siempre con su pastel de papas. Lo que no es un pastel sino más bien un gratinado de papa con mucho queso.  Comerlo ayuda más contra lo que pica el rocoto que cualquier bebida. Así que sí pude comer todito mi rocoto - ¡qué rico!

 

 

 

 
 

Lunes, 22 de marzo - ¡Provecho!

Hola queridos,

decidí que en esta semana hablaríamos de un tema esencial. Osea, la comida.

Sabrina está renegando conmigo y dice que tengo que volar tres vueltas alrededor de la catedral cada mañana. ¡Esto me hace sudar! Pero es que sí engordé aquí en Perú, porque la comida es tan rica.

Aquí en Arequipa hay restaurantes especiales que se llaman las picanterías. Es posible que estos lugares se llamen así porque ahí se cocina y se come bien picante - a los peruanos les gusta la comida bien sazonada. Pero también escuché la historia de que el nombre deriva del verbo »picar«, osea, comer algo pequeño. Dicen que se origina en el hecho de que antes se sirvieron pequeñas raciones gratuitas con las bebidas. ¿Será cierto? Lo seguro es que hoy en día, en las picanterías se sirven raciones bien grandes, platos típicos de la cocina arequipeña.

Las picanterías surgían como restaurantes de los campesinos y trabajadores rurales, quienes tenían que comer bien y con mucha energía, para poder cumplir con su labor dura en el campo. Es por esto que las porciones en las picanterías son tan grandes - ¡y tan ricas! Hoy también la población urbana se va a comer ahí, de preferencia los fines de semana, porque ahí tienen mucho tiempo para vaciar su plato bien servido.

¿Y qué es lo que hay en las picanterías? Esto se los diré mañana ...

 
 

Viernes, 19 de marzo - Yakana, la llama celestial

Hola queridos,

para terminar esta semana, vamos a mirar las estrellas. Les tengo una última historia llamera, que seguramente les gustará.

Hace mucho tiempo había un pastor con un gran rebaño de llamas. Trataba bien a sus animales, por esto no huyeron y querían a él y a su familia.

Un día, se le acercó Yakana, la llama más grande del rebaño, que era toda negra, y le dijo:

- Querido amigo, estamos todas muy preocupadas porque en las estrellas podemos ver que pronto habrá una gran inundación. El agua cubrirá todo.

- Dios mío - gritó el pastor. - ¿Y qué vamos a hacer?

- Te cuento - repuso Yakana. - Todos juntos subiremos a aquella cumbre allá, ¿la ves? Llevaremos provisiones y también a otros animales, para que no se ahoguen.

Y así fue: El pastor y su familia, todas sus llamas y muchos otros animales subieron juntos al cerro más alto que había por allá, y lo hicieron justo a tiempo, porque ya el agua empezó a subir. Era el agua blanca de la Vía Láctea, e iba subiendo y subiendo hasta cubrir todo. Pero llegando a la cumbre donde se habían refugiados nuestros amigos, se detuvo. Todos suspiraban con alivio, menos el zorro, que empezó a renegar porque sin querer había metido la punta de su cola en el agua. Por esto, es blanca hasta el día de hoy.

Cuando el agua volvió a bajar, todos bajaron del cerro salvos y sanos, y seguían viviendo felices, gracias a la fiel llama Yakana.

Si miran el cielo, ven muchas estrellas y seguramente saben que estas estrellas forman figuras, como el Oso Mayor o la Cruz del Sur.

A la gente de los Andes, no les interesan las constelaciones sino las manchas oscuras en ausencia de las estrellas. En una de ellas, ven la silueta de aquel zorro que hundió su cola en el agua. Y en otra mancha, la silueta de una llama, que no o es otra que Yakana. Yakana está en el cielo y bebe de la Vía Láctea. Y de noche, cuando todos duermen, baja a la tierra y se bebe el agua de los océanos. Eso está bien, porque si no, volvería a haber inundación. De esta manera Yakana protege a los humanos hasta hoy en día.

Me encantaría mostrarles a Yakana en el cielo, pero por desgracia solo es visible en el hemisferio sur. Pero claro, aún así ustedes pueden mirar las estrellas - ¿quizás descubran sus propias constelaciones?

 

 

 

 

 

 
 

Jueves, 18 de marzo - La vicuña

Hola chicos y chicas,

hoy día les presentaré a este animal:

La vicuña, como pueden ver, es de proporciones más finas y delgadas que la llama y la alpaca. Y hay otra diferencia fundamental: La llama y la alpaca son animales domésticos. En cambio, las vicuñas son animales salvajes que no pueden ser domesticadas. Eso quiere decir que no cargan nada para nadie, que nadie les da comida y tampoco nadie puede ir para acariciarlas.

La fibra de las vicuñas es especialmente fina, y lo es mucho más que la fibra de alpaca. Es la fibra animal más fina en todo el mundo, y porque hay pocas vicuñas y mucha gente exigiendo su fibra, esta fibra ha llegado a ser muy cara.

¿Y por qué hay solo pocas vicuñas?

En tiempos de los Incas, la fibra de vicuña ya era tan pedida como hoy. Pero los Incas sabían como manejar las vicuñas. Solamente las juntaron una vez al año, les quitaron la fibra y las dejaron libres.

Cuando los españoles conquistaron el Perú, admiraron la ropa fina del Inca y su corte. Al escuchar que esta fibra suave provenía de las vicuñas, salieron para conseguirla. Pero cuando vieron una vicuña, la mataron de un balazo y le quitaron la fibra. De esta manera, hubo cada vez menos vicuñas.

Pero hoy en día, muchas cosas han cambiado, y no sólo en el Perú se hace mucho para que las vicuñas puedan vivir tranquilas y no morir por su fibra. Durante el año van libres y solamente se les junta para quitarles la fibra - tal como ocurrió en la época Inca.

Y hay una vicuña libre de toda preocupación, es la vicuñita del escudo peruano. Miren:

 

 

 
 

Miércoles, 17 de marzo:
La Alpaca

¡Hola queridos!

Después de la historia de la corona de llama, hoy les presentaré a un primo de la llama - la alpaca:

Como ven, la llama y la alpaca son muy parecidas. La diferencia es que la alpaca es más pequeña y pesa menos. Y otra es que la colita de las llamas la tienen hacia arriba, en cambio las alpacas las tienen hacia abajo. Así, en caso de dudas ustedes podrán deducir rápidamente si se trata de alpaca o de llama, lo que es muy práctico si no se dispone de una balanza o una cinta métrica para comparar peso y medida.

Otra diferencia: La fibra de las alpacas es aún más suave y fina que de las llamas. Por esto, las alpacas no tienen que cargar tantas cosas pesadas, sino vivir la buena vida hasta que su fibra esté lo suficientemente larga y se les pele. Esto ocurre cada dos años y creo que es el único factor de estrés al que se expone una alpaca.

Mañana conoceremos al próximo miembro de la familia lanuda: la vicuña.

 

 

 

Martes, 16 de marzo - La corona de llamas

Hola queridos,

les prometí una historia de llamas, y aquí les va.

Érase una vez un escultor muy trabajoso llamado Martín Benlliure, quien vivía en España. Ejercía tan bien su profesión que era conocido mucho más allá de las fronteras de su país.

Ocurrió que se acercó el año 1921, que en el Perú querían celebrar especialmente, porque era el 100º aniversario de la independencia peruana. Durante mucho tiempo, el gobierno peruano había pensando en cómo celebrar este día tan especial. Finalmente se decidió construir una plaza hermosa en el centro de Lima, la capital. Y en el centro de la plaza iba a haber una estatua de José de San Martín. Este señor, cien años antes, había luchado mucho por la independencia del Perú.

Y como no iban a dar este encargo a cualquier escultor, se le dio a Martín Benlliure, para que hiciera la estatua de José de San Martín. Se les dieron instrucciones claras: el héroe lo tenía que representar cabalgando en su caballo, y en la basa de mármol del monumento, tenía que ir una mujer representando a la Madre Patria, en cuya cabeza tenía que poner una corona de llama.

- ¿Una corona de llama? - se dijo Martín Benlliure. - Algo extraño, pero ¿por qué no? Al fin y al cabo, allá en el Perú hay un montón de llamas.

Con lo que puso manos a la obra.

El 27 de julio de 1921, se inauguró la Plaza de San Martín con una gran fiesta, y se descubrió el monumento de San Martín con mucho orgullo ...

El presidente peruano se frotó los ojos y exclamó:

- ¿Pero qué es eso? ¿Por qué hay una llamita en la cabeza de la Madre Patria?

- Pero, señor Presidente - repuso Martín Benlliure, asombrado, - sí eso es lo que mandó a hacer: una corona de llama.

El presidente, asombrado a su vez, le miró al escultor:

- ¡Pero no, pero no! Yo me refería a una corona de llama, de fuego!

Martín Benlliure se sobresaltó: ¡obvio! Porque la palabra »llama« puede referirse tanto al animal como a la llama de fuego. El pobre escultor casi se murió de vergüenza ... Pero al final todos se rieron de este malentendido, y el presidente le dio un empujón amistoso en el hombro (o al menos así lo imagino yo).

 

 

 

 

Lunes, 15 de marzo -
La llama

Hola queridos,

¿qué tal su fin de semana?

Yo casi agarré otro resfrío, pues por las noches hace mucho frío aquí en Arequipa. Pero yo simplemente me envolví en mi chalina multicolor de lana de alpaca, y al toque estaba calientito otra vez.
¿Quizás se preguntan por lo que es una alpaca?

¡No se preocupen! A partir de hoy día les iré presentando a algunos amigos, para que conozcan los habitantes más lindos y lanudos del Perú: llamas, alpacas y vicuñas.

Empecemos con éste amiguito:

Esta es una llama, y aunque no se lo crean, pertenece a la familia de los camellos, solamente que no tiene corcovas.

Las llamas son bastante altas - con su cuello largo pueden llegar a 1,80 metros. Pregunten a sus papis cuánto miden ellos, para tener una idea.

Hay gran variedad de colores entre las llamas. De su lana se pueden elaborar hermosas chompas y chalinas.

Ya para los Incas, las llamas eran importantes por otra razón: son muy buenos animales de carga, y muy bien adaptados al aire de las alturas.

Pero las llamas también son bien tercas, y si se les carga demasiado, se echan al suelo y sólo se levantan si se retira peso de su espalda.

¡Y las llamas escupen!
¿Eso no es buena educación, dicen ustedes? Cierto. Pero si una llama se asusta o se enoja, puede escupirles una sustancia ácida y apestosa de su estómago. Por esto yo creo que hay que ser especialmente amable con las llamas.

Mañana les contaré otra historia de llamas, y en los próximos días conoceremos a sus familiares. ¿Ya están curiosos? Entonces nos leemos mañana ...

 

Viernes 12 de marzo - Libros

¡Bienvenidos al Casi-Fin-De-Semana, queridos!

Yo andaba con bastante flojera durante esta semana. Bueno, no por completo, pues cada día les he escrito algo interesante. Y como les comenté antes, esto de saltar alrededor en el teclado sí que afecta mis patitas. ¡Y seguro que incluso estoy bajando de peso!

Además, durante esta semana hice mucho para mi educación, pues devoré varios libros. Claro que no literalmente, porque los libros no son tan sabrosos. Pero lo bueno de ellos es que leyendo se pueden devorar tantos como uno quiera, y sin embargo uno no engorda - ¡a lo mucho se hace más inteligente!

Por desgracia, libros en el Perú cuestan muy caros. Y la mayoría de los peruanos tiene muy poca plata. Así que con esta plata, en la mayoría de los casos, no van a comprar libros.

En la calle se venden miles de películas en DVD. Todas estas son copias ilegales, pero son muy baratas. En vez de comprar un libro original, mucha gente prefiere comprar veinte DVDs, y todavía les sale más barato. Qué locura, ¿no?

¡Claro que también hay libros baratos! Incluso hay muchas tiendas con libros muy baratos. No cuestan mucho más que un DVD ilegal. La razón es que estos libros tampoco son originales. Son copiados e imprimidos en mal papel, que se deshace rápido. Los autores que han escrito estos libros, obviamente no ven nada de la poca plata que éstos cuestan. Y los productores y actores de las películas tampoco obtienen dinero alguno por los DVDs. Lo mismo pasa con los CDs de música que se pueden comprar en todas partes. Como todas son copias, no cuestan mucho y cada uno se puede permitir comprarlos. Los peruanos les llaman »piratas« a estas copias ilegales. Claro que no tiene nada que ver con piratas verdaderos, pero nosotros también hablamos de la videopiratería y así nos referimos a estas copias prohibidas.

Y ahora, la cosa se pone difícil. Me compré algunos libritos sabiendo muy bien que son »piratas«. Y ahora tengo la mala consciencia. Por otro lado pienso: Muchas familias peruanas no tienen la plata para comprarse un libro original, ni un CD original. Sólo pueden comprar porque hay tantas copias piratas. ¿Los actores, autores y cantantes no deberían de estar contentos que tanta gente se entere de ellos, que normalmente no podrían hacerlo? ¿O deberían estar simplemente furiosos porque no les sale plata de las copias prohibidas?

¿Esto está bien tranca, no? ¿Qué piensan ustedes? ¿Se deberían comprar estas copias o no? ¿O hay alguna diferencia entre comprar un libro pirata o una película pirata? ¿Es mejor una cosa que la otra? ¡Estoy mareado!

Si quieren compartir sus pensamientos conmigo, mándenme un mail como de costumbre:

¡cultmatz(at)multicult20.de!   

 

Jueves, 11 de marzo - La yapa

Hola queridos,

¿a qué sus papis no saben lo que es una yapa? Y si lo saben, seguro que son de Latinoamérica.

Aquí cada niño sabe lo que es la yapa. Es una cosa muy bonita. Si me acerco a mi vendedora preferida en la calle y le paso con mi pico una moneda reluciente, ella sabe que por esta moneda tiene que darme tres tunas. Pero normalmente me da también una cuarta, una tuna pequeñita, como regalo. Esta es la yapa.

O estoy en el mercado y me preparan un jugo fresco de fresas. La vendedora llena mi vaso y espera hasta que lo haya terminado. (Esto no suele durar mucho tiempo). Y luego me vuelve a llenar el vaso con lo que ha sobrado en la licuadora: esto también es la yapa.

La yapa es, entonces, lo que te dan de más, cuando compras algo. Es como un regalito que no tienes que pagar. ¡Mi vendedora preferida no me pide otra manera por haberme dado una tuna de más!

Claro que no hay yapas en todas partes. En los supermercados todo se pesa hasta el miligramo. Y nadie piensa en regalarles nada a sus clientes. Qué pena, ¿no creen? Me parece que la yapa es una cosa muy latina, pero de repente ustedes han tenido alguna experiencia y han obtenido su yapa en Alemania? Entonces mándenme sus historias a la dirección que ya conocen:

¡cultmatz(at)multicult20.de

 

 

 

 

Miércoles, 10 de marzo - Tunas

¡Hola queridos!

Hoy me comí tantas tunas que no tengo ganas para ir volando alrededor.
¿Qué son tunas? Son frutas de cactus. Son muy dulces y jugosas y se ven así:

Tunas aquí hay en cada esquina. En el Valle del Colca, del que les hablé ayer, las cultivan mucho, y muchas mujeres del Colca salen hacia Arequipa con su canasta llena de tunas muy temprano por la mañana. El viaje es de tres, cuatro o incluso cinco horas con el bus. Con su vestimenta típica del valle - osea, polleras largas, bordadas con flores y aves multicolores, y con sus sombreros de alas anchas, las mujeres están sentadas en la calle ofreciendo sus tunas. Uno solamente tiene que detenerse al pasar y quizás preguntar por el precio.

Entonces, la vendedora saca una bolsita de plástico y empieza a pelar tantas frutas como una desea. Hay tunas amarillas, rojas y blancas, y cada una tiene un sabor algo distinto. Uno puede dejárselas meter en la bolsita por la vendedora, e ir comiendo o comerlas en casa. De lo contrario, uno puede también comer la tuna recién pelada mientras la vendedora sigue pelando la próxima.

Mmmmm... En especial cuando el sol está alto en el cielo, no hay nada más refrescante que un par de tunas en la calle. Y es más agradable que comprar las frutas empaquetadas en el supermercado. Pues las vendedoras de la calle tienen buena memoria. Reconocen al que viene regularmente a comprar sus tunas. Y la fidelidad la suelen recompensar con una tuna de más - esto es la yapa. Pero lo que se entiende exactamente por yapa, se los explicaré mañana, cuando haya descansada. Porque ahora me concedo una siesta y soñaré con - ¡exacto, con un montón multicolor de tunas!

 

 

 

 

Martes, 9 de marzo - Mayta Capac en el Valle del Colca

Hola queridos,

estoy contento de no andar aleteando por un Berlín frío e incómodo. En cambio, la estoy pasando muy bien en el verano peruano, con el sol calentándome el plumaje.

Durante el mediodía hace tanto calor que yo me refugio debajo una sombrilla en la terraza del techo, y con una gran jarra de limonada recién hecha y heladita. Y es entonces cuando leo en uno de los muchos libros que se pueden comprar aquí para muy poca plata. Cada vez que termino con una página, tomo un sorbo de mi limonada, me seco el pico mojado con la punta de mi ala, y luego voy hojeando. Así es como aprendo un montón de cosas sobre el Perú.

Hoy leí una historia del Valle del Colca, que no les quiero ocultar.

El Valle del Colca se encuentra a unas cuantas horas en bus de Arequipa. Es un valle grande y largo con pueblos pequeños, andenes para el cultivo, antiguas ruinas Incas y un cañón profundísimo, formado durante milenios por el río Colca. Durante el día, cuando brilla el sol, hace mucho calor en este valle, que se ubica en una altura mayor a la de Arequipa. Pero de noche hace mucho frío. Así es aquí en los Andes.

Del Valle del Colca hay muchas historias, y ahorita estoy leyendo algunas. La que más me gusta es la historia de Mayta Capac, el Inca que ya conocemos por la fundación de Arequipa. Mayta Capac, durante su viaje, también llegó al Valle del Colca, y claro que todos los pobladores del valle quisieron servirle. En uno de los pueblos, viendo llegar al Inca, le sirvieron un gran vaso de chicha.
Mayta Capac la probó y al toque la escupó, exclamando: - ¡Ah, ch'uma!

»ch'uma« es una palabra quechua, significando que algo no tiene mucho sabor o está mal sazonado. Los peruanos dicen esto aún hoy en día, si alguna comida no les agrada. Mayta Capac también lo dijo ? y, en memoria de esta exclamación »Ah, ch'uma« el pueblo donde ocurrió todo esto, se llama Achoma hasta hoy en día.
¡Ojalá su gente ya sepa preparar mejor su chicha!

 
 

Lunes, 8 de marzo - La leyenda de la coca

Hola queridos, ¡que tengan un hermoso lunes!

¿Han andado pensando cuál sería el remedio del curandero contra mi soroche?

Pues bien, ahorita les voy a contar:

De una bolsa de tela sacó un puñado de hojas secas y verdes, y las tiró a agua hirviente.

Las hojas se veían así:

 

- Esta bebida se llama mate de coca ? me explicó el curandero y puso la taza humeante delante de mí. - Y las hojas provienen de la coca. Algunos creen que esta planta nos la dio el dios solar Inti. Porque cuando los españoles conquistaron el imperio Inca, muchos de nosotros tenían que trabajar duramente, por ejemplo en las minas, donde tenían que buscar oro y plata. Este trabajo era tan duro que muchos incluso morían. Por esto, Inti tuvo compasión y les regaló la hoja de la coca. Pues al masticar estas hojas, desaparecen debilidad, hambre y cansancio. Y así los descendientes de los Incas podían aguantar el trabajo duro de las minas.

Pero lo cierto es que la hoja de la coca nos era conocida ya antes de la llegada de los españoles. No solamente da fuerza, sino que es muy buena contra el dolor de cabeza y diarrea, y es el mejor remedio contra el mal de la altura.

Primero, no me atreví a tomar el mate de coca, porque tenía que pensar en la cocaína, que es una droga peligrosa.
Pero el curandero me calmó:

- No, ¡la coca no tiene nada que ver con la cocaína! Claro, si tienes cientos de kilogramos de hojas de coca y los procesas químicamente de una manera muy complicada, al final te sale una sustancia que es un ingrediente para la cocaína. Pero las hojas en sí no son drogas y no te lastimarán.

Con esto me convenció y tomé un sorbito de mi mate de coca.

Y qué les voy a decir: No solo que me pareció excelente, sino que me ayudó al toque y mi soroche se esfumó por completo.

Claro que este fin de semana, sin embargo, ¡yo andaba más prudente!

 

 

Viernes, 5 de marzo - Soroche

Hola queridos,

de tanto contar historias tengo que confesarles que hay algo que les oculté.

Mi resfrio, claro, que ya se me ha pasado con el clima y la fruta fresca de aquí. Pero cuando el pasado fin de semana yo iba aleteando alegre por la ciudad, me puse otra vez muy mal.

Me mareaba tanto que no veía dos o tres, sino diecisiete volcanes en el horizonte. Y qué nauseas tenía. Y mi pobre cabeza ? Ay, ¡que no se podrán imaginar! Yo estaba todo verdecito alrededor de mi pico, me escondí en mi canastilla y así iba gimiendo. Nada de nada quise saber de las riquísimas galletas peruanos, de las rodajas frescos de mango o la limonada heladita.

Así que Sabrina - ella es mi mamá, que me está cuidando aquí - con un suspiro agarró la canastilla y se fue conmigo al médico. Con muuuuuuuucho cuidado, por supuesto, porque con cada paso yo me mareaba más.

Tampoco ibamos donde un médico ordinario, sino donde un curandero. Así se llaman los médicos tradicionales de Latinoamérica.

- Muy claro está - dijo el curandero, después de haberme echado un vistazo. - Pobrecito, te has agarrado un buen soroche.

Soroche - ¿y qué será esto?

El curandero me lo explicó al toque. El soroche es el mal de las alturas. Arequipa está pues ubicada en 2,300 ms sobre el nivel del mar. Esto es casi como si se construyese una ciudad en la cumbre de la Zugspitze ? Yo vengo de tierras bajas. Pero aquí arriba en los Andes, el aire tiene menos oxígeno. Si no hubiese ido aleteando tan despreocupadamente durante todo el fin de semana, nada me habría pasado. Pero así me esforcé demasiado. Mi pobre cuerpecito no está acostumbrado a la altura y por eso que me dio soroche y me sentía tan miserable.

Qué miedo, pensaba yo - acabo de superar mi maldito resfrío y otra vez me enfermo. ¿Qué será de mí? ¿Acaso tendré que ir al hospital? De tanto miedo me puse más miserable todavía.

Pero el curandero se rió al verme así y me dijo:

- No te preocupes, amiguito. Contra el soroche sí que hay un remedio, muy fácil pero muy efectivo.

Esto me puso en aviso, ¡como podrán imaginarse!

¿Qué remedio sería esto? Me imaginaba las cosas más locas. Quizás tenía que dejarme hacer cosquillas con una pluma de cóndor desde la cabeza hasta mis patitas. O bañarme en nieve glacial de los Andes.

No, el remedio es otro y cuál, esto se los diré el lunes. Si ya tienen una idea, claro que me pueden escribir: ¡ cultmatz@multicult20.de!

 

 

 

 

 
 

Jueves, 4 de marzo - La fundación de Arequipa

Hola queridos,

¿se acuerdan de Jatun Ñawi, tan impresionado con el paisaje?

Bueno - no podía hacer otra cosa que dejar caer su khipu y arrodillarse delante Mayta Capac. El Inca casi se atoró con su chicha.
- ¡Jatun Ñawi! Dime, ¿qué es lo que deseas?
- Sapa Inka, mi gobernador, hijo del sol - tatarmudeó Jatun Ñawi, que tampoco sabía muy bien qué le pasaba. - Le ruego que me de permiso para quedarme aquí, que lugar más bello nunca he visto yo.
En este momento igual se arrodillaron todos los demás integrantes de la diputación:
- Ay, sí, gran Inka! - exclamaron en coro. - Dénos permiso!
Mayta Capac, asombrado, terminó su chicha, echó una mirada confusa a sus súbditos y miraba alrededor. Bueno, ellos tenían toda la razón. El paisaje era todo un sueño y los tres volcanes del horizonte sí eran impresionantes.
- Sí pues, bueno, por mí ? - dijo y pensó que estas palabras no eran muy dignas de hacer historia.
Así que respiró profundamente, sacó pecho y anunció con la voz fuerte y baja:
- Que así sea - sí, quédense!
Y justo estas palabras nos son transmitidas de Mayta Capac. Lo que no se transmitió es la maldición que soltó cuando los cargadores de su litera, instintivamente, también se arrodillaron y el gran Inca cayó a la yerba.
Pero como los Incas no hablaron ni castellano ni alemán, sino su propio idioma, el quechua, la orden de Mayta Capac sonaba algo distinta.
"Sí, quédense" significa en quechua "Arí, qhepay".
Y así se fundó en este lugar la ciudad de Arequipa, hoy en día la segunda ciudad del Perú. Dice la leyenda que obtuvo su nombre por las palabras de Mayta Capac.
Por desgracia, la leyenda calla los detalles. Y así en ningún libro de historia encontrarán la descripción de como Mayta Capac, jadeando y a pie, llegó a Cusco, con los khipus de Jatun Ñawi en la mano. Pero quizás así haya sido. Yo, por lo menos, me puedo imaginar vivazmente como el Inca se deja caer en su trono, todo agotado, y exige su chicha bien helada.
Los habitantes de Arequipa, por lo menos, aún hoy en día están orgullosos de su buen clima y sus tres volcanes. Y esto es lo más importante, ¿sí o no?

 

 

 

Miércoles, 3 de marzo - La fundación de Arequipa

Hola queridos,

y bueno, sí hoy habrá otra historia del pasado. Porque me enteré de que ustedes no saben cómo se fundó la ciudad de Arequipa, donde me estoy relajando actualmente.

Muchos años antes de que los españoles llegaran al Perú, una diputación de los Incas iba en camino para expandir el imperio. El gobernador Inca de aquel entonces se llamaba Mayta Capac. Vino en su litera de oro que se movía en los hombros sudados de sus cargadores. Medio aburrido tomaba sorbitos de su vaso de chicha - una bebida a base de maíz fermentado - y miraba el paisaje. Sus acompañantes iban con llamas, que tenían cintas rojas en sus orejas. Los animales cargaban todo lo que el Inca posiblemente pudiese necesitar: ropa preciosa tejida con la lana más fina, frutas de la selva, jarras llenas de chicha, un cetro dorado para cambiar y más cosas por el estilo.

Jatun Ñawi era el consejero más importante de Mayta Capac, porque él era el erudito que sabía hacer los misteriosos khipus, las cuerdas con nudos que servían para cifrar mensajes. No todos eran capaces de leer los khipus. Jatun Ñawi caminaba al lado de la litera, mirando atentamente el paisaje, e iba atando khipu por khipu. ¡Había tanto que ver y reportar! Casi se hacía un nudo en sus dedos, tan rápido tenía que trabajar.

Hace unos días habían salido de su capital Cusco. Mayta Capac a veces tenía ideas raras. Pero obvio que nadie se habría atrevido a contradecirle. Así que ahora iban caminando. Los cargadores de la litera sudaban bajo el peso de Mayta Capac y sus joyas doradas, y los demás sudaban porque el sol brillaba y quemaba sin piedad.

Luego llegó el momento en que llegaron a un valle por el que transcurría un río cristalino. Jatun Ñawi dejó de hacer nudos y se frotó los ojos, tan increíble le parecía lo que estaba viendo. El paisaje que tenía por delante era el más hermoso que había visto en toda su vida. El cielo encima de ellos parecía más azul que en otras partes, y en el horizonte distinguió tres montes majestuosos, volcanes al parecer, cuyas cumbres cubiertas de nieve relucían en el sol.

Jatun Ñawi se sentía abrumado por la belleza del lugar, y escuchó los murmuros de los demás detrás de él: Todos sentían lo mismo.

¿Qué creen que hará Jatun Ñawi, tan impresionado por la belleza del lugar? Mándenme sus sugerencias al cultmatz(at)multicult20.de y mañana sabrán como continúa la historia ?

 

 

 

 

 

Martes, 2 de marzo - El cuarto de rescate

Hola queridos,

ya sigue nuestra historia.

Atawallpa hizo llamar a Francisco Pizarro y cuando había llegado, el Inca se paró, alzó el brazo derecho e hizo una línea en la pared por donde estaban parados - exactamente encima de sus cabezas.

- ¿Ves esta línea? - preguntó Atawallpa. Y quizás Francisco Pizarro tenía que sonreír, como no hacía mucho tiempo que él mismo había dibujado una línea, aunque en la arena - ustedes se acuerdan.

- Si me das la libertad - prosiguió Atawallpa, - yo te doy mi palabra que voy a hacer llenar este cuarto con oro y plata hasta la altura de esta línea.

¡Cómo se alumbraron los ojos de Francisco Pizarro! Un cuarto entero lleno de oro - ¡imagínense!

- Está bien, trato hecho - dijo Francisco Pizarro y mandó traer a Atawallpa a otro cuarto. Y le dio permiso al Inca para que avisara a sus mensajeros, que llevaron la orden del gobernador Inca muy pronto a todos los rincones del imperio. Todo el oro y toda la plata habían de ser traídas a Cajamarca cuanto más antes, y habían de ser echadas a aquel cuarto.

Pues Atawallpa se había dado cuenta cómo los españoles se habían quedado contemplando sus joyas de oro. Y había tenido que reírse por dentro porque el oro les importaba tanto. Pues los Incas usaban mucho el oro, porque tenía el color del sol, y ya sabemos que ellos creían en Inti, el Dios poderoso del sol. Pero aunque estimaban el oro por su color, no tenía valor adicional para ellos. En el imperio Inca, uno no habría podido comprarse nada con un pedazo de oro.

Así que a los Incas no les importaba tanto pagar el rescate de oro para librar a su gobernador.

Las mujeres de Atawallpa trajeron pulseras, collares y anillos de oro.

Sus hijos trajeron juguetes de oro: figuritas de llamas y áves, pequeños hombres y casas.

Los sacerdotes trajeron todo el oro de los templos: discos dorados del sol, y vasijas y recipientes de oro.

Poco a poco el cuarto de rescate se iba llenando con la joyería más fina y los trabajos de oro más elaborados que no se habían visto jamás. Y Atawallpa se alegró mucho, porque sabía que muy pronto tendría que recuperar su libertad.
Y también los españoles andaban muy contentos, porque pronto todos ellos serían tan ricos como les había prometido Francisco Pizarro.

Así que esta historia podría terminar bien, con Incas contentos y españoles contentos.

Por desgracia, no termina así. Ya les había dicho. Porque viendo tanto oro los españoles se volvían más ávidos y querían aún más. Y ya ni pensaron en cumplir su promesa.

No: Cuando el cuarto estaba repleto de oro y plata y Atawallpa exigió su libertad, se rieron de él.

- No, tú seguirás siendo nuestro prisionero - le dijo Francisco Pizarro. - Y conquistaremos tu reino, y gobernaremos en tu lugar.

Y mandó a sus hombres a fundir el oro en barras manejables, porque de esta manera, mejor podían llevarlo a sus barcos y mandarlo a España.

Y todo ocurrió tal como Francisco Pizarro lo había dicho: Poco a poco iban conquistando todo el imperio Inca y allí gobernaban desde este entonces. Durante siglos, Perú era una colonia de España, y los Incas y sus descendientes tenían que pagar tributos altos.

Pero por fin Perú se hizo independiente, llegando a ser un país libre y ya no tenía que pagar tributos.

Hasta hoy día aquí viven los descendientes de Incas y españoles, y a lo largo de los años todos se han mezclado. Así que la mayoría de los peruanos tiene antepasados españoles y también Incas. Y el idioma oficial aquí es el español o castellano, pero también quechua, el idioma de los Incas.

La historia de Atawallpa y Francisco Pizarro ocurrió hace muchos siglos, pero todos la recuerdan siempre. Y en Cajamarca, la ciudad donde ocurrió, todavía podrán visitar el cuarto de rescate, en el cual se amontonaban las riquezas increíbles del imperio Inca.

Ahora llevamos una semana con historias de un pasado remoto. Esto cambiará en los próximos días. Porque también hay muchas cosas que contar del Perú de hoy día.

 

 

 

Lunes, 1 de marzo ? Atawallpa y Pizarro

¡Hola queridos!

Espero que hayan tenido un buen fin de semana. El mío, por lo menos, fue genial y mi resfrio ya desapareció por completo - ¡qué chévere! Pero igual tengo que cumplir con mi tiempo aquí, tal como el sr. veterinario me lo ordenó.

La historia que les contaré hoy es un poco más triste que las otras.

Se acuerdan ustedes: Atawallpa, el gobernador Inca, se entera de la llegada de los españoles. Y poniéndose curioso, los invitó sin más a Cajamarca, una ciudad en el norte del Perú, donde la pasaba muy bien en los baños termales, calientes y surtiendo.

Francisco Pizarro y sus hombres, agradecidos, aceptaron la invitación. Pero hay que tener en cuenta que ellos vinieron al Perú en busca de oro y riqueza extraordinaria.

Atawallpa y Francisco Pizarro se encontraron en la plaza central de Cajamarca. El Inca vino sentado en su litera lujosa, acompañado por toda su corte, y Pizarro vino cabalgando en su caballo, acompañado por sus hombres y por un cura español que llevaba una Biblia muy grande debajo del brazo.

Los Incas andaban en cuchicheos, pues en el Perú no había caballos. Y también los españoles estaban murmurando, porque Atawallpa y su cortejo iban adornados de joyas tan preciosas que apenas era para creer.

Primero, Francisco Pizarro y Atawallpa intercambiarion muchas palabras bonitas. Pizarro hablaba sobre el rey español en el otro lado del océano. Este rey a Atawallpa le importaba un pepino, pero por cortesía no se lo hizo notar.

Pero luego, el cura se le acercó y le alcanzó la Biblia. Pero en el imperio de los Incas tampoco había libros. Así que Atawallpa agarró la Biblia y dijo:
- ¿Qué es esto?

El cura le dijo: - Este libro nos habla de nuestro Dios.

Atawallpa se puso curioso. Acercó el libro a sus orejas para escuchar como hablaba. Nunca en su vida había visto pues un libro. Pero obvio que no escuchaba sino el crujido de las hojas.

- Qué libro más tanto ? exclamó con decepción,  - ¡no me habla!
Y tiró al suelo la Biblia.

- ¡Increíble! ? exclamó el cura.
Pues tirar al suelo una Biblia, ningún español se habría atrevido a hacerlo. Al fin y al cabo éste era su libro sagrado y merecía un trato especialmente cuidadoso.

Y como los españoles pensaron que Atawallpa los había insultado a muerte con este gesto, sacaron sus armas y tomaron preso al gobernador Inca antes de que éste supiese lo que pasaba. La corte de Atawallpa se quedó petrificada y no podían creer lo que pasaba.
Así que los españoles podían llevar a su prisionero a un cuarto en Cajamarca, sin que se les presentara resistencia.

Ahí Atawallpa estaba, con cadenas, y pensaba cómo librarse de esta situación precaria. De repente tuvo una idea muy buena y volvió a tener ánimos.

- Avisen a su jefe, que quiero hablar con él - les dijo a unos soldados españoles.

¿Qué tipo de idea habrá tenido Atawallpa?
Mándenme sus sugerencias a cultmatz(at)multicult20.de, y mañana les contaré como seguía aquello de Cajamarca.

 

 
 
 

Viernes, 26-02: Francisco Pizarro

Los hombres barbudos en la costa peruana eran españoles, y su dirigente se llamaba Francisco Pizarro.
La historia de Francisco Pizarro era la siguiente. Había nacido en España en una familia bastante pobre y de niño, era criador de cerdos y los tenía que cuidar.

Un día, se perdió un cerdo. Era el cerdo preferido de su padre, el más grande y gordo que tenían. Francisco pensó con miedo en la paliza que su padre le daría en casa, castigando así su descudio. Y decidió que no quería aquello. Abandonó a sus cerdos y se largaba a plena luz del día. Su familia no sabría sino muchos años después qué había sido de él.

Se supone que Francisco Pizarro vivía muchas aventuras en su camino. Se había metido en la cabeza llegar al Nuevo Mundo. Así llamaban en España al continente América, que solamente conocían desde hacía unas décadas. Después de muchos viajes, Francisco Pizarro llegó a su destino. En este entonces, los españoles vivían en las islas costeñas y recién exploraban México. Por fin, Francisco Pizarro llegó a ser alcalde en la ciudad de Panamá, en el actual Panamá, y podría haber estado muy contento.

Pero no lo estaba, porque desde el sur llegaban siempre noticias y rumores respecto a que allí había un gran reino, llamándose Birú o Perú, donde sobraba el oro.

Tienen que saber, que los españoles acababan de conquistar un reino así, el de México, donde en este entonces vivía el pueblo de los Aztecas. Francisco Pizarro tenía entonces toda la razón para creer las historias del país dorado Perú. Y por fin obtuvo el permiso del rey español para navegar hacia el sur con un puñado de gente, y probar su suerte.

Era un viaje muy, muy duro, y al llegar a las costas del Perú y pisar el suelo polvoriento del desierto costeño, muchos hombres mostraban gran descontento.
- ¿A dónde nos llevaste, Francisco? - dijeron, renegando. - Ya muchos años que nos metemos en viajes de aventura como éste, y nunca nos dio ningún resultado. Quizás deberíamos volver a casa.

Francisco Pizarro se enojó.
Sacó su espada, pero no vayan a pasar que les quiso dar una paliza a sus hombres.
No.

Dibujó una línea en el suelo y dijo a sus hombres:

- Bueno, vamos a ver. ¿Ven esta línea? Por este lado se va al Panamá, a ser pobres. Y por este otro a Perú, a ser ricos todos. Escojan ustedes.

Con un paso cruzó la línea y esperó con los brazos cruzados.

Trece hombres optaron por cruzar la línea y seguirle a destinos inseguros.

Igual, no es correcto que estos trece seguían solos. Les venían aún refuerzos, y finalmente echaron a caminar hacia el interior del país, donde Atawallpa mientras tanto había vencido a su hermano Waskar.

Cuando escuchó que extraños habían llegado al Perú, se puso curioso.

¿Qué habrá pasado al encontrarse Atawallpa y Pizarro?

Esto les contaré el día lunes. Hasta entonces, ¡que tengan un fin de semana muy agradable!

 

 

 

Jueves, 25-02: Atawallpa y Waskar

El reino de los Incas se había vuelto muy, muy grande. Los descendientes de Manco Capac aún seguían contando la historia del báculo dorado y estaban bien orgullosos de ser hijos del sol.

Ocurrió que el Inca gobernante, Huayna Capac, sentía que su tiempo se acababa. Esto no era tan grave. Se imaginó que se presentara ante Inti, su padre celestial, y que éste lo recompensara por su gobierno. No, lo que preocupaba a Huayna Capac, era la cuestión de su sucesor.

En verdad tenía que dar al corona a su hijo Waskar. Pero es que también tenía a otro hijo, Atawallpa, aunque con otra mujer. Y Atawallpa era su hijo preferido. ¿No sería lamentable si el pobrecito se quedase sin nada?

Huayna Capac se echó a pensar y pensar, hasta que tuvo la idea de su vida: ¡Simplemente dividiría su reino! Atawallpa obtendría el norte y Waskar se quedaría con el sur. Así que todos tendrían algo y estarían contentos.

Encantado por su propia brillantez, Huayna Capac procedió a anunciar su última voluntad a todos, y por fin pudo morir tranquilo.

- Sí, lo hiciste muy bien - dijo Inti, cuando el Inca le hacía una reverencia en el cielo, le dio un palmetazo amistoso en el hombro y le invitó un vaso de chicha, que es una bebida a base de maíz.

Pero cuando se sentaron para observar desde su trono de nubes lo que seguía pasando en la tierra, Huayna Capac terminó por tirarse de los cabellos.

Pues Waskar y Atawallpa ni pensaron en llevarse bien y gobernar pacíficamente en sus respectivas mitades del reino. Waskar habría preferido gobernar todo el imperio Inca. Y cuando Atawallpa lo pensó bien, descubrió que él también quería hacerlo. Así que empezaron a pelearse, y cuando hombres poderosos se pelean, lo hacen con grandes armadas y muchos soldados y causan un caos increíble.

- Increíble, ¡estos mocosos! - exclamó Inti y golpeó su trono de nubes con el puño. Nadie le hizo caso en la tierra. Todos estaban demasiado ocupados peleando y luchando.

Y así, nadie se dio tiempo tampoco, ni Atawallpa ni Waskar, y mucho menos los soldados combatiendo amargamente, que en la costa del Perú habían llegado barcos, y que un grupo de hombres barbudos desembarcó y miró a su alrededor con curiosidad.

Pero, de lo que eran estos hombres, les contaré mañana. ¿O será que ya tienen una idea? Escríbanmelo al cultmatz(at)multicult20.de.

 

 

 
 

Miércoles, 24-02: La Leyenda de los Inca

¡Hola queridos!

Ayer les conté detalladamente qué paisajes tiene el Perú. Ahora también saben que el Perú es más grande que Alemania, pero que tiene mucho menos habitantes.

Pero a partir de hoy, como les prometí, las cosas se volverán un tanto más dramáticas. Pues hoy les quiero contar de la gente del Perú, y su historia.

Mucho antes de que Cristóbal Colón navegara por el mar y los europeos descubriesen que existe el continente americano, en el Perú vivían muchos pueblos diferentes. Construían templos, elaboraban cerámica, y muchos de ellos eran maestros en el arte de trabajar oro y plata. Pero un pueblo destacó especialmente, y ellos son los Inca.

Muy arriba en la puna, donde hoy transcurre la frontera entre el Perú y Bolivia, se encuentra el lago Titicaca. Es increíblemente grande, sus aguas son heladas y su azul es más azul que el de todos los lagos del mundo. En el lago Titicaca hay una isla, que le dicen la Isla del Sol. En esta isla, según dicen, hace mucho tiempo nació una pareja humana. El hombre se llamaba Manco Capac y la mujer Mama Ocllo.

Pero estos dos, desde luego, no nacieron de manera ordinaria, siendo ellos nada menos que los hijos del dios sol, que en el idioma de los Inca se llama Inti.

Inti mandó a sus dos hijos a la tierra. Los cronistas aún pelean en cuanto a cómo lo hizo exactamente. Algunos dicen que los dos nacieron de las olas y espumas del lago Titicaca. Yo espero que no. Pues de haber sido así, Manco Capac y Mama Ocllo habrían empezado su destino terrestre todos empapados y muertos de frío. E imagínense al hijo de un dios sol con resfrío.

No, Inti tiene que haberlo hecho de otra manera. Yo me imagino que dejó caer sus rayos a la isla y que sus hijos bajaron por ahí como en palos dorados. Se reían, llegaron a pisar tierra firme, se caían y se volvieron a parar.

Mama Ocllo contemplaba su reflejo en el agua y ordenaba su cabello, despeinado por el viento al bajar.

Manco Capac arregló su vestido y miro algo inseguro a su alrededor. Pues los rayos de Inti habían desaparecido. Sólo un báculo dorado seguía en el piso.

- Bien, hijos ? dijo Inti desde el cielo. ? Yo me lo imaginé de la siguiente manera: Ustedes ahora salen y ahí donde el báculo se hunda en la tierra, funden la capital de un imperio gigantesco.

- Pues, nada más fácil que esto  - dijo Manco Capac, siempre muy optimista, y agarró de la mano a Mama Ocllo.

Pasaron el resto del día buscando un barco que los llevara de la isla a la tierra firme. Luego, empezaron a caminar. De vez en cuando tiraron el báculo al suelo, pero no pasó nada.

Por fin llegaron a un lugar ya muy lejos del lago y muy arriba en los Andes. Y cuando Manco Capac tiró el báculo al piso esta vez, se hundió por completo en la tierra.

- Exactamente así lo imaginé ? dijo Inti, contento, y se recostaba en su sillón de nube.

Manco Capac y Mama Ocllo no tenían mucha experiencia con eso de fundar capitales de imperios gigantescos, y yo tampoco sé exactamente como se hace esto. Pero al fin y al cabo lo lograron. Pues ahí donde se hundió el báculo fundaron la ciudad del Cusco, que más tarde llegaría a ser el centro del gran imperio Inca. La palabra Cusco se origina en el idioma Quechua, que hablaban los Incas, y significa "el ombligo del mundo".

Entonces Inti tenía toda la razón para estar contento por el logro de sus hijos. Pero había algo que no había considerado; y de esto les contaré mañana.

 

 

 

 

 

 

 

Martes, 23-02: Así es el Perú

¡Hola, queridos!

Un momentito, tengo que limpiarme el pico. Pues acabo de tomarme un gran vaso con jugo de mango y leche. ¡Qué rico!

Hoy les quiero contar más sobre Perú, para que se hagan una idea de dónde fui a parar yo aquí. En primer lugar, Perú se encuentra en América del Sur. Para ser más exactos, aquí:

 

Perú es increíblemente grande - tres veces más grande que Alemania. Y por ser tan grande, cuenta con una gran variedad de paisajes y climas.

Se puede decir que el Perú consta de tres  regiones grandes.

La primera es la costa. Para ser más exactos, la costa pacífica, pues el Perú se ubica en las orillas del Océano Pacífico. Lo chistoso es que este océano en verdad no es nada pacífico. Hay olas grandes y corrientes muy fuertes. ¡Yo aquí no quisiera ser ave acuática!

La costa, naturalmente, tiene playas. Pero no sólo esto. La región costeña del Perú es un enorme desierto. Claro que el sol no quema tanto como en el desierto del Sahara, pero en esta región sí que llueve muy poco y casi nunca. Esto tiene que ver con las corrientes de la costa. La corriente Humbolt viene del Polo Sur y es muy fría, así que se enfrían el agua  (por eso, bañarse en el Pacífico no es nada agradable), y también el aire, y por eso ... Hmm, por serles sincero, yo mismo no lo entiendo bien: Porque el agua y el aire son fríos, las nubes de lluvia no llegan hasta la costa. Así está escrito en todas partes. Pero, ¿alguien me lo puede explicar más detalladamente, por favor? ¡Manden no más simplemente un e-mail!

En todo caso, la región costeña sólo constituye una parte muy pequeña del país. Luego están los Andes, de los que ya les conté. Con que es muy montañoso, y las cumbres más altas están cubiertas de nieve. En el sur del Perú hay un gran altiplano, a casi 4,000 metros de altura, y también le dicen puna.

Ahí arriba en los Andes, durante el día y con el sol, puede hacer mucho calor. Pero de noche ¡hace bastante frío!

Y la tercera región del Perú es la Amazonía, la selva. El Amazonas es uno de los ríos más largos del mundo y creo que el más caudaloso. En algunos puntos es tan ancho que apenas se ve la otra orilla. Recorre todo el corriente Desde Perú, recorre el continente hasta desembocar en Brasil en el Océano Atlántico. Miren:

 

La selva es difícilmente accesible. Aunque ocupa dos tercios del área nacional, aquí viven solo 11 % de todos los peruanos. Casi no hay calles, y a muchos lugaresmuchos pueblos sólo se llega con avión o barco. En cambio, hay una gran variedad en plantas, aves, insectos y otros animales.

Aquí otra imagen, para que se se hagan un idea más clara:

 

Para terminar, aún tengo que contarles que la mayoría de los peruanos vive en las ciudades costeñas. También la capital del Perú es costeña, se llama Lima y aquí viven más de ocho millones de personas.

Espero que no se hayan aburrido demasiado con esta clase de geografía. Mañana todo será más interesante, pues tengo algunas historias que contarles ...

 

Lunes, 22-02: ¡Bienvenidos!

¡Achís!
Ay, disculpen - claro que esto no se hace. Lo que quería decir en realidad es: ¡Hola chicos y chicas!, y hola a todos los demás sentados frente a la pantalla y preguntándose: ¿Qué pasó con Multipieps Cultmatz?

Bueno, empezaré desde el principio. Primero, me cogí esta gripe horrible, y me quedé sin voz. Seguro que ustedes lo escucharon en las últimas historias. A cada rato estaba estornudando, me salía moco del pico y la cabeza también me dolía.

Me sentía tan miserable que la gente del equipo de mi programa me metieron en una canastita y me llevaron donde el veterinario. Tengo que confesar que tenía bastante miedo. Me metió un palito al pico para mirar mi garganta; me puso un termómetro de fiebre debajo del ala izquierda, y me hizo muchas preguntas. Finalmente, se puso muy serio y me dijo. "Querido Multipieps Cultmatz, para que te recuperes pronto, necesitas descanso, cambio de aire y nuevas historias. Y que te cuides también tu voz."

Así que me recetó cinco semanas en Perú. Lo maravilloso del Perú es que ¡ahora es verano ahí!

Esto es porque Perú está ubicado en el hemisferio sur, debajo del ecuador. Y allí abajo es verano, cuando nosotros tenemos invierno, y es invierno cuando nosotros tenemos verano. Por esto, ahora aquí hace un calor muy agradable, y el aire de altura en los Andes también me hace bien. Los Andes son la montaña más larga del mundo, con unas cumbres bien altas - ¡más de 6,000 metros, imagínense esto!

Claro que no puede faltar el Cultmatz durante cinco semanas en la radio multicult. Y o me puedo callar por completo, ya que estoy viendo tantas cosas interesantes aquí. Así que decidí escribirles un blog. Cada día les contaré de lo que estoy viviendo aquí en el Perú, y al final todos habremos aprendido más sobre un país fascinante. ¿Qué les parece?

Y por si acaso, esta pregunta iba muy en serio. La opinión de ustedes me interesa y por esto tengo ahora un correo electrónico: cultmatz(at)multicult20.de. Si me escribiesen, estaré muy contento. ¡Y obvio que contestaré personalmente a todos los que me escriben!

Bueno, de tanto dar saltitos en el teclado de la computadora, me duelen mis pies de pajarillo. Así que voy a descansar y mañana les escribo más. Entonces les contaré también un poco más sobre el Perú.