KULTour

KULTour : eine Sendung geschaffen für eine Stadt wie Berlin! Eine Stadt mit buntem und vielfältigen kulturellen Ambiente, in der Kultur gelebt wird - aber auch vieles unentdeckt bleibt. Wir wollen den Berlinern und Brandenburgern informativ und spannend das stetig wechselnde Berliner Kulturprogramm nahebringen und sie zu eigenen Touren in die kulturelle Vielfalt anregen. Seien es Theaterbesuche, Events, Konzerte, Festivals oder auch Museumsbesuche - eben all das, was im Zeichen von Kultur steht. In unserer einstündigen Sendung sollen auch spannende Bücher und/oder Filme aus der ganzen Welt vorgestellt werden. Alles umspielt von ausgewählter Weltmusik.

letzte Folgen

Die Hydra der Integration

KULTour | 06.04.2018

Wer sich über den Titel dieser Ausgabe von KULTour wundert, der (oder die) sei erinnert an jenes vielköpfige Monstrer der altgriechischen Mythologie: Wenn man ihm einen Kopf abschlug, wuchsen an der Stelle zwei neue nach.

Ähnlich scheint es mit der sogenannten Integration von Zuwanderen zu stehen: Man löst irgendwo ein Problem – und gleich tauchen ein paar neue auf. Das liegt womöglich daran, dass niemand so recht ein Interesse an wirklicher Integration zu haben scheint, allen öffentlichen Bekenntnissen zum Trotz:„Die Wirtschaft und ihre exportorientierten Interessen, der Sozialstaat und seine Profiteure, die Kirchen und ihre Privilegien, die Islamverbände und ihre Agenda wehren sich gegen ein umfassendes Integrationskonzept“, schreibt unser Studiogast.Und die Zuwanderer, deren kulturelles Gepäck oft das Einzige ist, was ihnen nach Entwurzelung, Vertreibung, Gewalt und Demütigung geblieben ist, stehen vor dem Konflikt, evtl. eben dieses Letzte aufgeben zu sollen zugunsten der Erwartungen des Ankunftslandes. Nicht selten geht es dabei eben um scheinbare Grundwerte der jeweiligen Kulturen.Integration – ein permanenter Kulturkampf? 

Einen der besten Kenner der Lage haben wir ins Studio geladen – gerade hat er sein jüngstes Buch veröffentlicht: "Integration" mit dem pessimistischen Untertitel "Ein Protokoll des Scheiterns". Dass es bei dem Pessimismus nicht bleiben muss, damit schließt das Buch, mit einem Marshall-Plan, wie er es nennt.Den meisten unserer Zuhörer müssen wir unseren Gast gar nicht erst einführen, er ist allgegenwärtig in der öffentlichen Diskussion – ein Leuchtturm aufgeklärter Vernunft für die einen, ein Hassobjekt für andere (nicht zuletzt just wegen jener Vernunft, des schlichten Common Sense, des gesunden Menschenverstands, den er sich nicht verkleistern lässt), weder von religiöser Willkür noch von politischem Opportunismus: Mit Hamed Abdel Samad spricht Eike Gebhardt über das neue Buch eine der schärfsten und hellsichtigsten Kritiken fehlgeleiteter Integrationsversuche.

KULTour | 23.03.2018

KulTour nennen wir diese Sendung – bewusst geschrieben mit ou, als Tour. Entgegen dem deutschen Sprachgebrauch ist ja Kultur nicht etwas, das man hat – Kultur ist etwas, das man tut. Und wie man es tut.

Das wissen Ethnologen, wenn sie Kulturen anderer Völker untersuchen - ein Muster und Modell für multikulturelle Medien, versteht sich. Mit diesem (im Wortsinn) Sendungsbewusstsein nähern wir uns auch der eigenen Kultur, die, ebenfalls im Gegensatz zum allgemeinen Glauben, durchaus keine einheitliche Volksgemeinschaft ist – nicht nur, weil sie ethnisch vielstimmig ist, sondern weil unsere Gesellschaft in sich selbst zerfällt in ganz verschiedene Klassen und Lebensweisen, Denk- und Verhaltensformen, Werte und Ideale: Viele Kulturen eben – was wir gern übersehen, weil wir uns meist mit unseresgleichen umgeben. Die Bankiersgattin oder der Professor, der mit dem Automechaniker redet, spürt, wie wenig er mit diesem teilt, gemeinsam hat. Von wegen eine Volksgemeinschaft!

Deshalb unternehmen wir immer wieder Kultur-Touren an immer wieder neue Orte, die Grenzen jeder Art auflösen oder überspringen – Grenzen und Mauern sind ja geradezu Trendthemen heute, weil Grenzen eben auch Identitäten definieren sollen oder wollen. Heute haben wir zwei solcher Mauerspringer eingeladen, genauer Mauerspringerinnen.

Unser erster Gast (oder müssen wir jetzt uns jetzt auch anpassen an die ästhetische Brutalität und fröhliche Demenz gewisser Fachhochschulstudenten, die wie bei Orwells 1984 per Sprachdiktatur Denkformen erzwingen wollen?) - müssen wir also sagen: unsere erste Gästin ist Octavia Wolle, die bekannte und streitbare Autorin, deren jüngstes Buch das Panorama eines, nämlich ihres Kiezes ist, also ihres Wohnviertels, das sich unter ihrem scharfen und zugleich einfühlsamen Blick wie ein Schatzkästlein öffnet. Was uns nahe und vertraut ist, sehen wir oft nicht mehr – absurd, wie es klingt: Nähe verstellt oft den Blick – in menschlichen Beziehungen oft eine traurige Alltagswahrheit. Octavia Wolle lebt in einem nicht erst in jüngster Zeit beneidenswerten Kiez zwischen den Hackeschen Höfen und der Museumsinsel, den sie im Stile einer Doku-Fiction Revue passieren lässt.

Unser nächster Gast – oder 'Gästin' – unserer heutigen KulTour (im Wortsinn einer Tour durch das Milieu, die Szene, die man mit diesem Wort Kultur ganz wie von selbst verbindet) ist Barbara Hoppe, Gründerin und Chefin des Internet-Portals Feuilletonscout. Feuilleton, so heißen im Deutschen die Kulturseiten der Zeitungen, und neuerdings auch die entsprechenden Abteilungen der audiovisuellen Medien. Niemand kann heute noch den Überblick über den sogenannten Kulturdiskurs behalten – wir alle brauchen eine Art Vorsortierer. Aber wem können wir vertrauen – in Konkurrenzgesellschaften ist beinahe jede Äußerung eine Art Werbung im Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Eine mutige Frau hat sich der Herausforderung gestellt – und ihre Biographie hilft ihr beim Blick aus vielen Perspektiven. Ihr Blog und ihre Plattform springen ganz unbefangen über alle Genre-Grenzen – sie beschränken sich nicht auf Literatur, auf Theater, auf Musik, auf Malerei oder auf Wissenschaft – sie suchen überall die Grenzverletzer, die Pioniere, die vormals unkatiertes Terrain erkunden.

KULTour | 09.03.2018

Kultour

Ingo Woesner und Jacqueline Roussety

In der Kultursendung am Freitag wird sich alles um den vielseitigen Künstler Ingo Woesner drehen. Kennengelernt habe ich ihn bei seiner beeindruckenden Fotoausstellung mit dem Titel „Licht unter der Haut.“ in der Kanzlei KV Legal, Oranienstraße 24 in Berlin-Kreuzberg. In all den Bildern von Ingo Woesner offenbart sich die jahrelange Arbeit und Erfahrungen als Schauspieler, Regisseur, Stückeschreiber, Theaterleiter und vielem mehr. Mit über hundert Bildern nimmt er einen mit auf eine farbenfrohe, bildästhetisch höchst eigene Bildersprache, genährt und inspiriert unter anderem aus der Malerei. „Das Malen mit Licht“, so die Bedeutung der Fotografie, findet sich bei Ingo Woesner in seinen Landschaftsaufnahmen, den Stillleben und in den Portraits wieder. Wer zum Beispiel wirklich beeindruckende Aufnahmen von Gesichtern sehen und betrachten will, sollte diese Ausstellung nicht verpassen. Nun beschäftigt er sich ganz intensiv mit der „Schattenforschung“. Und was genau das ist, tja, das erfährt man, wenn man morgen früh multicult.fm einschaltet unter UKW 91, 0 oder auch unter www.multicult.fm.

Reinhören lohnt sich!

KULTour | 02.03.2018

KULTour

namib earth © christoph weigel (1999)

Anlässlich des Weltfrauentages am 08. März wiederholen wir eine Diskussion mit der Autorin des Standardwerks über Sex in der arabischen Welt. Shirin El Feki, deren Buch Sex und die Zitadelle auf deutsch im Hanser-Verlag erschienen ist, diskutiert mit der preisgekrönten Filmemacherin und Feministin Ula Stöckl. Das Gespräch unter der Leitung von Eike Gebhardt fand auf englisch statt.

KULTour | 05.01.2018

Kultour

Heute ist Two Times Twice im Studio zu Gast. Dieses musikalisch versierte Duo besteht aus Edyta und Sarah - eine multinationale Besetzung. Die ausgebildete Pianistin Edyta mit einer außergewöhnlichen schönen Stimme, die mich sofort an Kate Bush erinnerte, kommt aus Polen, und ist zudem eine begnadete Komponistin. Die Britin Sarah ist eine der britischen Rapperin, die bereits einige Wettbewerbspreise in England gewonnen hat. Gemeinsam komponieren und schreiben sie ihre Lieder, treten live auf, planen ihre zweite EP und ihre erste Europa Tournee. Was die beiden zusammengebracht hat, das werdet ihr in meiner Sendung erfahren und natürlich einiges von ihrer Musik hören.

Das nächste Konzert von Two Times Twice wird am 11.01. in Madame Claude, Lübbener Straße 19, stattfinden.

Reinhören lohnt sich!

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety

Technik: Assaf Tuvia