Kontrapunkt | 23.11.2018

In dieser Talkrunde geht es um ein brisantes Thema, das seit Jahren für Aufruhr, kontroverse Diskussionen und Demonstration sorgt - und eine große Spaltung innerhalb der deutschen Gesellschaft mit sich bringt. Es geht um die Partei AfD, die seit September 2017 mit 92 Abgeordneten im Bundestag vertreten ist, und mit ihren medienwirksamen Konfrontationen der etablierten Parteien für Aufsehen und Empörung sorgt. Zu Gast in der Talkrunde ist Franziska Schreiber, die 2013 in genau diese Partei eintrat und hier maßgeblich an deren Image und politischen Idealen mitwirkte. Innerhalb eines Jahres wurde sie Vorsitzende der Jungen Alternativen (JA) in Sachsen und stellvertretende Pressesprechern, ist 2017 dann auch noch im Bundesvorstand angekommen. Gegen den immer stärker werdenden rechten Flügel, insbesondere um Björn Höcke, versuchte sie sich an der Seite von Frauke Petry zu wehren, einen liberaleren Kus anzusteuern, bis sie letztendlich kurz vor der Bundestagswahl 2017 ausstieg. Ihre persönliche aber auch die Entwicklung der AfD versucht sie in ihrem jüngst erschienenen Buch Inside AfD zu erklären, und gibt einen erschreckenden Einblick in einer Parteistruktur wieder, die nur sehr wenig, bis gar nichts mit Demokratie tun hat.

Der Titel verlockt dazu zu glauben, einem Spionagethriller beizuwohnen, dem ist aber nicht so. Die hier beschriebene Entwicklung der AfD erinnern eher an das blutrünstige Drama Macbeth, mit all den Machtgelüsten, dem Wunsch nach Eroberung und Regieren wollen um jeden Preis, Intrigen, hysterisch gewordenen MitgliederInnen die sich nur noch um den einen Gedanken kreisen, sich bis an die Spitze zu katapultieren und dem hämischen Frohlocken der Gestürzten. Und nicht als Spionin oder Ermittlerin, sondern als mittreibende Kraft ist Franziska Schreiber daran beteiligt, die sehr genau über die Machtstrukturen wusste und auch daran mitarbeitete, diese zu perfektionieren, bis letztendlich die Selbsterkenntnis folgte, dass die dortigen Machenschaften nicht wirklich viel mit Demokratie haben.

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety
Technik: Ringo Kliemann