Klarstellung

Schon mal was von Audiantis gehört?

Liebe multicult2.0 Hörerinnen und Hörer,

leider wird uns dieser Tage ein " Zwangshobby" aufgedrückt. Wir müssen uns mit anonymen Mails auseinandersetzen, zu einem Thema, das auch im Forum debattiert wird: dem geplanten Test-Einsatz einer Software, die es ermöglichen soll, muttersprachliche Sendungen unseres Programms für alle verständlich zu machen. Für Euch als Hörerinnen und Hörer heißt das, entscheiden zu können, ob Ihr z.B. eine albanische Sendung im Orginal hört oder an Eurem PC oder Internetradio  per Klick auf eine deutsche oder englische Version  umschaltet - natürlich eingebettet in dieselbe Musik-Playlist. Damit wollen wir erreichen, dass es weniger black holes im Programm gibt, bei denen viele abschalten, weil sie nicht verstehen können, worum es geht.

Diese neue Software soll es laut Hersteller auch ermöglichen, sich ein eigenes Wunschmusikprogramm aus unserem Angebot zusammenzustellen. Wir werden und dürfen das testen. Danach werden wir Euch innerhalb der nächsten Wochen einige tolle Neuerungen vorstellen können, die Euch hoffentlich gefallen. Und nur dann haben sie eine Chance, dauerhaft Programmbestandteil zu werden, denn wir wollen Radio für Euch machen, nicht für uns.

Nun zum Punkt, über den heftig spekuliert und zum Teil auch in anonymen Mails phantasiert und polemisiert wird: Das Programm erzeugt keine - quasi automatischen - Simultanübersetzungen, sondern es bietet nur Zugriff auch zusätzlich zur Sendung vorproduzierte Dateien, im Grunde also eine bearbeitete Kopie des Originals. Auch dabei werden wir keine Simultanübersetzung auf Dolmetscherniveau anbieten; vielmehr kann man es als redaktionelle Zusammenfassung beschreiben, mal ausführlicher, mal knapper. Zumindest werden wir so und nicht anders anfangen- auch wenn die Software um einiges mehr könnte. Um die sehr umstrittene Doppel-Moderation  in einer Muttersprache und auf deutsch zu umschiffen, werden einige Muttersprachensendungen auch gleich komplett auf deutsch vorproduziert werden und zeitgleich zu hören sein. Der Umfang unseres Angebots ist von unseren Kapazitäten abhängig.

Die geradezu abenteuerlichen Hochrechnungen, wir würden künftig hohe sechsstellige Beträge allein für Dolmetscherleistungen ausgeben, sind also völliger Quatsch. Niemand in der Redaktion hat jemals an so etwas gedacht. Es geht um reine Mehrarbeit von denen, die Wert darauf legen, Brücken zwischen Ethnien zu bauen, zugänglich zu machen, womit andere sich beschäftigen und deren Sicht der Dinge transparent zu machen. Ein Beitrag zu Verständnis und Integration also. Dies wollen die Kolleginnen und Kollegen der Muttersprachen und der Deutschen Redaktion gemeinsam bewältigen. Dafür sollten wir alle dankbar sein. Die Software selbst wird uns von der Firma freundlicherweise bis Anfang nächsten Jahres kostenlos zur Verfügung gestellt.

Herzlichst

Brigitta Gabrin