Weltweiter Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit
Auf der ganzen Welt träumen die Menschen vor allem von einem: Frieden und Gewaltfreiheit. Und dennoch ist man fast überall auf der Welt noch sehr weit von der Erfüllung dieser Wünsche entfernt.
Es gibt viele Wege, für Frieden und Gewaltfreiheit einzutreten. Einen besonders beeindruckenden demonstriert jetzt der Weltweite Marsch für Frieden und Gewaltfreiheit, eine Initiative, die von der internationalen Organisation "Welt ohne Krieg" ins Leben gerufen wurde, mittlerweile aber eine Vielzahl von Unterstützern und Teilnehmern gefunden hat.
Worum es geht: Ein internationales Team marschiert durch 98 Länder, legt dabei in drei Monaten mehr als 160.000 Kilometer zurück. Auf den einzelnen Etappen werden von dortigen Aktivisten sowohl globale als auch lokale Konflikte thematisiert. Als wichtigste Forderungen nennt die Initiative:
- Weltweite atomare Abrüstung
- Sofortiger Abzug aller Invasionstruppen aus Besatzungsgebieten
- Progressive und proportionale Abrüstung konventioneller Waffen
- Die Unterzeichnung von Nichtangriffspakten zwischen Staaten
- Seitens Regierungen den Verzicht auf Kriege als Mittel zur Konfliktlösung
Wie es abläuft: Begonnen hat der Marsch am 02. Oktober 2009 - nicht von ungefähr zu Gandhis Geburtstag, am Internationalen Tag der Gewaltfreiheit. Von Neuseeland geht es jetzt neunzig Tage lang über alle Kontinente und Klimazonen bis hinauf in die argentinischen Anden, wo der Marsch am 02. Januar 2010 enden wird. Während das internationale Team marschiert, laufen weltweit die Vorbereitungen für diverse Projekte, die im Rahmen des Marsches stattfinden sollen: vom Musikfestival bis zur Podiumsdiskussion.
multicult2.0 ist dabei. Ab sofort gibt es ein Blog zu den wichtigsten Events auf der Marschstrecke, exklusiv auf multicult20.de. Verfolgt die Stationen des weltweiten Marsches - und entdeckt die vielfältigen Möglichkeiten, Euch selbst daran zu beteiligen. Auch virtuell.
Der Marsch hat begonnen! Seid dabei!
Alternativer Friedensnobelpreis für Mitgründer des Weltweiten Marsches
16. Oktober 2009
Seit zwei Wochen ist das Basisteam des Weltweiten Marsches nun unterwegs, und das kulturell-politische Programm entlang der einzelnen Stationen hat begonnen.
Was der Marsch langfristig bewegen wird, ist noch offen - doch einen Erfolg gibt es bereits jetzt zu verzeichnen: Alyn Ware, der Koordinator des Marsches, hat den Alternativen Friedensnobelpreis erhalten.
Vergeben wird der Preis seit 1980 auf Initiative des Journalisten Jakob von Uexküll aus Schweden. Er empfand die offiziellen Nobelpreiskategorien als zu eng und zu stark auf die Interessen industrialisierter Staaten ausgerichtet.
Jakob von Uexküll schlug die Schaffung zwei neuer Kategorien vor. Ein Preis sollte im Bereich der Ökologie vergeben werden, ein weiterer für Engagement gegen Armut. Da die Stiftung dies ablehnte, rief er selbst einen Preis ins Leben. Konkret geht es ihm um die Anerkennung jener, die sich ganz praktisch gegen Probleme wie die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser, die Gefahren nuklearer Waffen, Menschenrechtsverletzungen und Armut einsetzen.
In diesem Jahr geht der Alternative Nobelpreis also an Alyn Ware. Er ist Koordinator des Weltweiten Marsches für Frieden und Gewaltfreiheit in Neuseeland - also dort, wo der Marsch am 2. Oktober begonnen hat. Geehrt wird er "für seinen Einsatz und seine internationalen Initiativen über zwei Jahrzehnte zur Stärkung der Friedenserziehung und zur Schaffung einer atomwaffenfreien Welt".
Alyn Ware ist auch Gründer des internationalen Netzwerkes Abolition 2000, dessen Ziel ein internationales Abkommen zum Verbot aller Atomwaffen ist. Mittlerweile gehören dem 1995 gegründeten Netzwerk mehr als zweitausend Mitgliedsorganisationen an. Dem von Ware entworfene UN-Resolution zu einem internationalen Atomwaffenabkommen haben mittlerweile 125 Länder in der UN-Hauptversammlung zugestimmt.
Außer Ware gibt es in diesem Jahr noch drei weitere Preisträger: René Ngongo (Kongo), Catherine Hamlin (Australien) und David Suzuki (Kanada). Die feierliche Preisverleihung findet am 4. Dezember statt.
Die ersten zwei Wochen
Währenddessen gibt es vielfältige Presseechos in aller Welt zu den ersten zwei Wochen des Weltweiten Marsches.
La Nación in Argentinien berichtet über den Beginn des Marsches: Zeitgleich mit seinem Beginn in Neuseeland gab es auch eine feierliche Informationsveranstaltung im Colegio de Abogados in Buenos Aires. In Argentinien wird der Marsch am 2. Januar enden, das Blatt verweist darauf, dass Präsidentin Kirchner zu den internationalen Unterstützern gehört.
Auch in Köln gab es im Rahmen des Friedensfestes auf dem Heumarkt eine Aktion zu Beginn des Marsches: ein Friedenszeichen.
Wobei dieses nicht so groß war wie sein Pendant am 07.10. auf den Philippinen. Inquirer.net berichtet, dass sich Studenten, Soldaten und viele andere in den Straßen von Manila dem Marsch angeschlossen hätten. Sie empfingen das Basisteam am Flughafen in Manila. "Das war beeindruckend, es war nicht das Gleiche wie in Neuseeland oder Australien", zitiert Inquirer den Italiener Marco Inglessis.
Gleichzeitig marschierten übrigens auch in Bahrain Menschen für den Frieden und ließen demonstrativ weiße Tauben fliegen.
Nach der bewegenden Friedenszeichenaktion auf den Philippinen erreichte der Marsch über Bangladesch und Nepal am 11. Oktober Indien. Unmid.com berichtet, dass auch in Neu Delhi eine Willkommenszeremonie am Flughafen geplant war. In Delhi bewegte sich der Zug bis zu dem Ort, an dem Mahatma Gandhi ermordet wurde.
Über eine andere Aktion weiß The Jerusalem Post am 14. Oktober zu berichten: Anhänger des Weltmarsches und von Greenpeace gaben sich auf dem Meggido ein "die in", bei dem sie sich demonstrativ als "tot" auf die Erde legten. Die Idee hinter der Aktion: Von Meggido leitet sich der biblische Begriff Armageddon vom Ende der Welt ein. Und das könnte laut Meinung der Aktivisten bald eintreten, wenn es nicht zu einer weltweiten atomaren Abrüstung gibt. Ein Video der Aktion gibt es hier.
Am 13. Oktober zog der Marsch durch die besetzten Gebiete Palästinas. Zuvor hatte sich die Verwaltung von Bethlehem dem Marsch angeschlossen. Mit dem Bus überquerten die Marschteilnehmer verschiedene "Checkpoints" und begriffen die Tragweite der Teilung, die die Mauer in Palästina für die dort lebenden Menschen bedeutet.
An diesem Wochenende sind vor allem weitere Aktionen in Korea und Japan geplant - allen voran eine Friedenszeremonie an einem der Orte, dessen Geschichte uns ganz besonders die Notwendigkeit des Friedens vor Augen führen sollte: Hiroshima.
Alle Fotos stammen von www.worldmarch.org.
Größtes menschliche Friedenszeichen aller Zeiten für den Weltmarsch auf den Philippinen
Manila, Philippinen 7. Oktober 2009
Am Morgen des 07. Oktober erlebte der Weltmarsch für Frieden und Gewaltfreiheit einen seiner bisherigen emotionalen Höhepunkte. Die Mitglieder des Basisteams waren zur Bildung größten menschlichen Friedenszeichens mit mehr als zwölftausend Schülern aus Lucena, im Süden der Philippinen, eingeladen.
Eine Woche lang hatten die rund zwölftausend Schüler im Alter von zehn bis fünfzehn Jahren geübt, um das enorme Symbol mit orangefarbenen Flaggen im Olympiastadium von Lucena zu bilden. Politiker aus der Region, Vertreter des Roten Kreuzes, Organisationen für Frieden und Frauenrechte, Kultur- und Künstlervereinigungen und selbstverständlich das Team der Weltmarschierer im Publikum waren von der Vorstellung sehr gerührt. "Ihr seid die Welt von morgen, und in diesem Augenblick können wir fühlen, wie die Herzen von jedem Einzelnen von euch für diesen universellen Wert schlagen, den wir alle teilen: Frieden", sagte ein Vertreter des Weltweiten Marschs.




